hansen & munk

der kultur.blog für kiel und mehr

hansen & munk – der Kultur-Blog stellt sich vor

Beitrag oben halten

„Ihr habt das Recht, gesittet pfui zu sagen.“

Genau diesem, von Goethe seinem Mephisto zugeschriebenen Grundsatz folgt „hansen & munk – der kultur.blog für kiel und mehr“. Denn „gesittet pfui“ heißt hier Journalismus mit der Betonung auf „gesittet“, also Meinungsfreude, Gedankenschärfe, Erfahrung, Begeisterung und Fairness.

Zwischen Hygge und Hoffnung

Das Kieler Philharmonische Orchester auf der Spur großer Gefühle

Von Jörg Meyer

Kiel. „Hygge“ nennen die Dänen ein besonderes Gefühl zwischen lichter Lebensfreude, heimeliger Geborgenheit und einer Spur romantischer Melancholie. Das passt zum „Deutsch-Dänischen kulturellen Freundschaftsjahr“, zur Jahreszeit und bietet nicht zuletzt die wichtige Portion Hoffnung in einer Zeit großer Verunsicherung durch die Corona-Pandemie. So steht die „Jubiläums-Hygge“ als Motto über dem 2. Philharmonischen Konzert unter Leitung von Kapellmeister Daniel Carlberg, das um große Gefühle in der Musik kreist.

Weiterlesen →

Ein trauriger Clown macht Faxen

Markus Dentler ist Krapp in Becketts „Das Letzte Band“

Von Hannes Hansen

Kiel. Krapp, ein altersschwacher, heruntergekommener Mann, sitzt an seinem neunundsechzigsten Geburtstag an einem Tisch und hört sich auf einem uralten Tonbandgerät dreißig Jahre alte Aufnahmen an, auf denen er sein bisheriges Leben wechselnd zynisch, in schönen Erinnerungen schwelgend oder wütend kommentiert. Er folgt diesen Erinnerungen an eine in manchem hoffnungsfrohe Zeit meist schweigend oder kommentiert sie mit meckerndem Lachen und wegwerfenden Gesten. Immer wieder unterbricht er die Wiedergabe, um bewegungslos vor sich hinzustarren oder in einem Kabuff hinter der Bühne Alkohol zu trinken.

Weiterlesen →

Sparsam gewürzte Kostprobe

Daniel Karasek inszeniert Alan Ayckbourns „Raucher / Nichtraucher” im Kieler Schauspiel

Von Christoph Munk

Kiel. Raffinierter Szenenaufbau und geschliffene Dialoge kennzeichnen die mit allen Wassern gewaschene Kunst des britischen Dramatikers Alan Ayckbourn. Der trieb vor fast 40 Jahren mit „Intimate Exchanges“ sein Konstruktionshandwerk auf die Spitze und flocht ein Netzwerk von Szenen, gewissermaßen ein ausgekochtes Menü von über 30 Gängen, Unterhaltungsfutter für ungefähr acht Theaterabende. Ein einzelnes Häppchen aus dieser Speisenfolge serviert das Kieler Schauspiel jetzt unter dem Titel „Raucher / Nichtraucher“. Inszeniert und eher sparsam gewürzt hat die Kostprobe Generalintendant Daniel Karasek.

Weiterlesen →

Der tote Dichter

Schleswig-Holsteinisches Dekameron:
Teil 16


Von Jörg Rönnau

So wie einst eine Gruppe junger reicher Leute sich vor der Pest im Florenz des Jahres 1348 auf einen Landsitz flüchtete und sich ihre Zeit mit dem Erzählen von Geschichten vertrieb, versuchen einige miteinander befreundete Menschen fortgeschrittenen Alters und mit gesichertem Einkommen, auf einer Hallig der Gefahr einer Covid19-Erkrankung zu entkommen … Hier die sechzehnte Geschichte, in der Georg Simon von einer seltsamen Begegnung in einem Zug und an der Kieler Förde erzählt.

Weiterlesen →

Videobilder aus vergangener Zeit

Ein Dentler-Projekt: Samuel Becketts „Das letzte Band” wird bei den Kieler Komödianten gestartet

Von Christoph Munk

Kiel. Vater Markus beschäftigt sich als Schauspieler schon seit ewigen Zeiten mit diesem Stück. Sohn Ivan ist erst vor wenigen Monaten als Regisseur eingestiegen. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit der Familie Dentler hat am kommenden Donnerstag im Kieler Theater Die Komödianten Premiere: Samuel Becketts Einakter „Das letzte Band“ aus dem Jahre 1958.

Weiterlesen →

Die Abendträne

Schleswig-Holsteinisches Dekameron:
Teil 15


Von Jörg Meyer

So wie einst eine Gruppe junger reicher Leute sich vor der Pest im Florenz des Jahres 1348 auf einen Landsitz flüchtete und sich ihre Zeit mit dem Erzählen von Geschichten vertrieb, versuchen einige miteinander befreundete Menschen fortgeschrittenen Alters und mit gesichertem Einkommen, auf einer Hallig der Gefahr einer Covid19-Erkrankung zu entkommen … Hier die fünfzehnte Geschichte, in der Connaisseur Orje M. Iger sich an einer melancholisch vergossenen Träne besäuft – nein, sowas Profanes tut er nicht (mehr), sich vielmehr daran delektiert.

Weiterlesen →

Zwischen Titanic und Tinnitus

Ein Ohr auf zwei Klanginstallationen beim Frequenz-Festival

Von Jörg Meyer

Kiel. Abstand zu halten im engen Gang zum Sinneraum im Musiculum, wo am ersten Tag des Frequenz-Festivals für jeweils nur sechs Zuhörer die Uraufführung von Julia Mihálys audio-visueller Installation „Oh, das Universum, denken sie“ läuft, ist so schwierig wie in einem Rettungsboot. Die Notrufe von letzteren und Funksprüche von Schiffen, die zu Hilfe eilen, aber dann im rettenden Hafen abgewiesen werden, hört man schon von draußen.

Weiterlesen →

Max Frisch reloaded

Johannes Ender inszeniert am Kieler Schauspielhaus die Bühnenfassung von „Homo Faber“

Von Hannes Hansen

Kiel. Hannah Landes’ Bühne im Kieler Schauspielhaus ist ein unordentlicher Haufen von Möbeln, Lampen, Koffern, Holz und allerlei Tand. Was zunächst wie ein realistischer Sperrmüllberg nach einem Flugzeugabsturz aussieht, entpuppt sich im Verlauf von Kerstin Daibers und Johannes Enders Bühnenfassung von Max Frischs Roman „Homo Faber“ zunehmend als Metapher für den Seelenzustand des Titelhelden, des Ingenieurs Walter Faber. Eines empfindungsarmen Technokraten, der Gefühle für Ermüdungserscheinungen hält und schuldig wird am Tod seiner Tochter.

Weiterlesen →

Krimi, Räuberpistole, Schwank, Abenteuer- oder Schelmenroman?

Reimer Boy Eilers’ Roman „Das Helgoland, der Höllensturz“ – ein Lesevergnügen

Von Hannes Hansen

Auf der Insel Helgoland geht es vor fünf Jahrhunderten wild zu. Der holländische Kapitän Hans Andahlsen der St. Laurentius kommt auf mysteriöse Weise ums Leben. Bald darauf wird auch ein weiterer Seemann ermordet und, als ob es nicht genug der Toten wäre, auch die Magd Smutter Gintje. Wegen der Fährkosten für die Überfahrt zum Friedhof der Namenlosen auf der Düne vor Helgoland kommt es zum Streit, das Begräbnis erweist sich als gefährlich, Magie, Aberglaube und Suff bringen das Leben auf der Insel durcheinander.

Weiterlesen →

Der Tenor im Wolfspelz

Uraufführung in Kiel: „Das Dschungelbuch” nach Rudyard Kipling als Comic-Oper

Von Christoph Munk

Kiel. Gewiss, Weihnachten ist noch ein bisschen fern, doch das Kieler Musiktheater hält schon jetzt ein festliches Paket für die Unterhaltung der ganzen Familie parat: die Comic-Oper „Das Dschungelbuch“ nach den Geschichten von Rudyard Kipling, komponiert von Giovanni Sollima, in Szene gesetzt von dem Zeichner Joshua Held und dem Regisseur Pier Francesco Maestrini. Ausgepackt am Wochenende – um den Tag der Deutschen Einheit – erweist sich das Geschenk in seiner Uraufführung als kleines musikalisch-szenisches Wunderwerk.

Weiterlesen →

« Ältere Beiträge

© 2020 hansen & munk — Diese Website läuft mit WordPress

Theme erstellt von Anders NorénNach oben ↑