„The First Cut is the Deepest“ zeigt Dokumentarfilmdebüts Kieler Studierender

Von Jörg Meyer

Kiel. Grau ist bekanntlich alle Theorie. Deshalb haben sich Studierende des Masterstudiengangs Medienwissenschaft an der CAU in die bunte Praxis gestürzt und unter Leitung von Willem Strank fünf Kurzdokus gedreht, die unter dem Motto „The First Cut is the Deepest“ unterschiedliche dokumentarische Ansätze spiegeln und am Freitag, 28. April (19 Uhr) sowie am 3. Mai (20.30 Uhr) im Kino in der Pumpe gezeigt werden.

 „The Dads Are Alright“ von Max Gnutzmann, Ines Lenkersdorf und Tim Witte porträtiert drei Väter in den gegenwärtigen Zeiten, wo die Rolle des Vaters zwischen alten patriachalen Strukturen und freundschaftlichem Partner der erwachsen werdenden Kinder neu verhandelt wird.

Still aus „The Dads are Alright“

Auf Flughäfen, einen typischen Ort des Fernwehs und des Transits zwischen Lebenswelten, haben sich Anna-Lena Bach und Anna Lena Möller für „Last Minute[s]“ begeben. Dabei blicken sie mit ihrer Protagonistin, die jahrelang auf einem Flughafen „gearbeitet, gefühlt, aber vor allem geholfen hat“, hinter die Kulissen der Urlaubsreklamen und -versprechen.

Blick hinter die Kulissen des Hamburger Airports. Still aus „Last Minute[s]“

Apropos Reklame: Wer bestimmt die Bilder und damit verbundenen Schönheitsideale von Werbeplakaten und welche (Selbst-) Bilder erzeugen diese wiederum im Betrachter? Mit selbstreflexiven und experimentellen Groß- und Makroaufnahmen von Körperdetails, über die die Kamera forschend streift, spüren dem Elena Kruse und Lara Timm in ihrem Film „cover“ nach.

Forschender Blick auf die Körperoberfläche jenseits vom schönen Schein der Werbeplakate. Still aus „cover“

Zwei weitere Kurzdokus porträtieren zwei ganz unterschiedliche Kieler „Originale“. „Knäckebrot mit Tomatenmark“ aßen Protagonist Hans Willi Hansen und seine vier Freunde, als sie sich zu Hippie-Zeiten in selbst zusammengeschraubten Autos auf eine Tour quer durch die Sahara machten. Genug „Stoff für einen abendfüllenden Spielfilm“ fand das sechsköpfige Filmteam um Sandra Gäßler und Stephanie Hinderliter auch sonst im Leben des bekannten Kieler Rockmusikers und Betreibers der Autowerkstatt „Joe’s Garage“. Die bewegte Geschichte der St. Nikolai Kirche erzählt schließlich „Kiels alte Seele“ von Borris Blumenau und Lukas Knaack in Interviews und mit Archivmaterial aus Landes- und Stadtarchiv.

Freitag, 28.4.2017, 19 Uhr, und Mittwoch, 3.5.2017, 20.30 Uhr, Kiel, Kino in der Pumpe. Infos und Trailer zu den Filmen auf Facebook