Der Kieler Rachmaninow Chor in der Krooger Stephanus-Kirche

Von Jörg Meyer

Kiel. Unter das Motto „Die Ostsee soll ein Meer des Friedens sein“ stellte der Rachmaninow Chor seine Konzertreise in Kiels Partnerstadt Tilsit (Sowetsk), Kaliningrad und nach Litauen. Diesen „gemeinsamen Kulturraum“ beschwor Chor-Leiter Gunther Strothmann auch beim Aussschnitt des auf jener Reise vorgetragenen Programms am Sonnabend in der Krooger Stephanus-Kirche.

Geistliche Werke wie Rachmaninows Vertonung des 148. Psalms und das Gebet Jesu am Ölberg „In monte Oliveti“ des Litauer Komponisten Juozas Naujalis gaben dem Chor – bewunderungswürdig sicher in Originalsprache deklamierend – Gelegenheit, die (spät-) romantische Dynamik voll zur Geltung zu bringen. Wenn auch der Sopran im mächtigen Forte zuweilen überagierte, bestach der Chor mit homogenem Klang und präziser Rhythmik in diesen kanonisch fugierten Kompositionen.

Am Übergang zwischen geistlichem und Volksliedton steht Regers „Das Sternlein“, ein Trauerlied über verlorene Liebe nach einem Text von Matthias Claudius. Der Chor gestaltete es ebenso innig wie bei Silchers „Ännchen von Tharau“ in der samländisch-niederdeutschen Fassung.

Mehr noch als geistliche sind Volkslieder das Bindeglied zwischen den Bevölkerungen rund um die Ostsee. Und gerade da entfaltete der Chor mitreißende Sangesfreude, etwa im Krakauer Hochzeitstanz des polnischen Komponisten Edward Bury oder bei Hugo Alvéns „Och jungfrun hon går i ringen“. Und wenn am Ende der schwedische Kosmopolit Wilhelm Peterson-Berger die Einheit der Menschen und Seelen in seinem Abendlied „Stemning“ feiert, leuchtet der Stern des Friedens unmittelbar.

Weiteres Konzert: Fr, 6. Oktober, 19.30 Uhr, Jakobi-Kirche (Knooper Weg/Waisenhofstraße)