Die Kieler Singer-Songwriterin Yana begeisterte in der Hansa 48

Von Jörg Meyer

Kiel. „Ich hätte niemals gedacht, dass so viele kommen“, freut sich die Kieler nach eigenem Bekunden „Soul-Singer-Songwriterin“ Yana über den großen Zuspruch bei ihrem Kneipenkonzert in der Hansa 48. Bis in den Vorraum drängen sich die Zuhörer, recken die Hälse, um auch noch von ganz hinten vielleicht einen optischen Eindruck von Yanas so wandelbarer Stimme zu erfassen.

Und lauschen muxmäuschenstill dem zarten Gitarren-Loop, mit dem Yanas erster Song anhebt. Sanft legt sich ihre Stimme über dieses „Herzschmerzlied“, wie sie es später nennt, denn „mir schlägt das Herz gerade bis zum Hals“. Wohl auch im Hals, denn wenn sie ihre Stimme „tieferlegt“, werden da noch ganz andere tolle Timbres hörbar, kraftvolle, so gar nicht zu Yanas Selbsteinschätzung „Ich bin superkitschig romantisch“ passend. Das geht schon eher in Richtung früh gereifter Jazz-Lady.

(Fotos: www.facebook.com/YANAshungumusic/)

Die Gitarren-Tunes, selbst oder kongenial vom Kollegen Jonas Kybelka gespielt, nimmt Yana dabei auf ein klangliches Minimum zurück, oft nur eine Line, die sich loopend wiederholt. Das ist weder ein Manko, noch wirkt es eintönig, vielmehr gibt es ihrer Stimme den notwendigen atmosphärischen Raum in einer Art unterstützender Gefühlsmalerei. Und die Gefühle, über die Yana singt, sind meist ambivalenter Natur, treu der beinahe schon lebensweisen Erkenntnis, dass es Liebe nicht ohne Schmerz gibt, kein (Mond-)Licht ohne Schatten, keine „Flower“ ohne Welken, kein Scheitern ohne Hoffnung. Mancher im Publikum findet das nach gespanntem Lauschen an den oft ohne jede Coda auskommenden Song-Enden schlicht und bündig einfach „schön!”

Solche einander vermittelnde Gegensätze spiegeln sich auch in Yanas Musik, die sie selbst in die frisch gezimmerte Schublade „Singer-Songwriter-Soul“ einordnet. Aber auch in die Schublade „Jazz“ passt sie geschmeidig, genauso in 70er-Style „Disco“, wenn sich Yana und Jonas auf einen improvisierten Jam einlassen.

„Das war ein sehr besonderer Abend für mich, an den ich mich immer erinnern werde“, schwärmt Yana am Ende. Dem kann man als Zuhörer von der ersten bis zur letzten Reihe und vom ersten bis zum letzten Ton nur zustimmen.