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Autor Hannes Hansen

Der mit dem Aufzug redet

Im Polnischen Theater ist Tadeusz Galia „Der Liftverweigerer“

Von Hannes Hansen

Kiel. Seit sein Hund Kafka vor vielen Jahren gestorben ist, ist es einsam geworden um den alten Mann in der Zweizimmerwohnung im siebten Stock eines Mietshauses, in dem niemand etwas vom Nachbarn weiß oder wissen will. Knapp, dass man sich mürrisch Guten Tag sagt und im Lift angestrengt an einander vorbei schaut. Da kann man schon einmal auf den Gedanken kommen, statt mit einem Menschen mit diesem Lift zu reden. Und eben dass tut der alte Mann in Bengt Ahlfors’ Monodrama „Der Liftverweigerer“.

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Arte Povera oder über die weibliche Schönheit

Kunstraum B zeigt eine Bilderinstallation von Vladimir Sitnikov

Von Hannes Hansen

Kiel. Wer Vladimir Sitnikovs Bilderwand „Arte Povera oder über die Weibliche Schönheit“ im Kunstraum B sieht, dürfte auf den ersten Blick verdutzt sein. Verdutzt und ein wenig verwirrt ob der Vielzahl der Abbildungen nackter Frauen und gewichtig dreinblickender Männer. Schnell aber erkennt man, dass es kaum auf das Einzelbild ankommt, dass wir vielmehr vor einer Installation stehen. Vor einem Ensemble von Einzelteilen also, das einem konzeptuellen Ansatz folgt und mehr ist als die Summe dieser Einzelteile.

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Kein Betroffenheitsdrama

Michael Wallner inszeniert Wajdi Mouawads „Vögel“ am Kieler Schauspielhaus

Von Hannes Hansen

Kiel. Die Akteure werden aus der Balance geraten, sie werden straucheln und stürzen, körperlich wie seelisch. Denn Till Kuhnerts Schauplatz für Michael Wallners Inszenierung von Majdi Mouawads Erfolgsstück „Vögel“, das in dieser Saison allein an sechzehn deutschen Bühnen gespielt wird, setzt von Beginn an ein sinnfälliges Zeichen.

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Der Sieg der Phantasie über die Realität

Christoph Munk inszeniert am Theater Die Komödianten die Geschichten um den Lügenbaron Münchhausen als Gerichtsfarce

Von Hannes Hansen

Kiel. Nein, nein, nein, ein Lügenbaron will er nicht sein, dieser Karl Friedrich Hieronymus von Münchhausen. Lügen habe er nie erzählt, behauptet er, bestenfalls ein paar Schnurren im Kreise seiner Freunde bei einem Glas Rotwein am heimatlichen Kamin seines Schlosses im braunschweigischen Bodenwerder. Und weil er um seinen guten Ruf  besorgt ist, lässt er nun, über zweihundert Jahre nach seinem Tod im Theater „Die Komödianten“ Klage vor Gericht erheben.

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Liebesgrüße an die gelbe Stadt

Hannes Hansen schildert in seinem neuen Roman das Potsdam der Wendezeit

Von Kai U. Jürgens

„Er wird sich schon wieder melden.“ Dies geht Silvia durch den Kopf, als ihr mit Antiquitäten handelnder Mann Georg nach einer Messefahrt in den frühen 1990er Jahren nicht nach Hause kommt. Doch Georgs Verschwinden hat tiefere Beweggründe; er fühlt einen unbestimmbaren Verlust, der keinen Aufschub duldet. Also kehrt er als knapp Fünfzigjähriger in seine Heimatstadt Potsdam zurück – mit unabsehbaren Konsequenzen …

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Letzte Schatzsuche

Mit der Präsentation „Image not available“ verabschiedet sich die Kieler Universitätsbibliothek (vorerst?) von ihrer langjährigen Ausstellungspraxis

Von Hannes Hansen

Kiel. Der Besuch der Kieler Universitätsbibliothek lädt wieder zu einer Schatzsuche für Bücherfreunde ein. Dr. Klára Erdei, als Fachreferentin unter anderem für die Altbestände der Bibliothek zuständig und seit 2001 engagierte Ausstellungsmacherin, breitet mit der Präsentation „Image not available“ in den Vitrinen im Foyer noch einmal und absehbar zum letzten Mal aus, was die zweitälteste Universität des Königreichs Dänemark an Buchschätzen aus über eintausend Jahren zu bieten hat.

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Auf der Suche nach Erlösung

Malte Kreutzfeldt inszeniert „Früchte des Zorns“ am Kieler Schauspiel

Von Hannes Hansen

Kiel. Kritik am Raubtierkapitalismus, ein apokalyptisches Armageddon, der Auszug der Kinder Israels aus Ägypten oder die Suche nach dem versprochenen Paradies? John Steinbecks „Früchte des Zorns“ ist, darüber sind sich die meisten Interpreten einig, wohl von allem etwas.

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Nix da mit Rettung

Annette Pullen inszeniert am Kieler Schauspiel Goethes „Faust“

Von Hannes Hansen

Kiel. Bekanntermaßen verkündet Mephisto am Ende von Goethes „Faust“ mit dem Spruch „Sie ist gerichtet“ das Urteil über die Kindsmörderin Gretchen. Dann aber interveniert eine „Stimme von oben“ (wohl der liebe Gott oder einer seiner Erzengel): „Ist gerettet.“

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Eine selbstbewusste Frau

Mit der Ausstellung von „Angesicht zu Angesicht“ zeigt die Kunsthalle Kiel Werke von Lotte Laserstein

Von Hannes Hansen

Kiel. Sie wirken ernst, ja bedrückt, die Frauen und Männer, die rund um einen Tisch auf dem Balkon eines Hauses in Potsdam versammelt sind. Kein Blick fällt auf das grandiose Panorama der Stadt, die hinter ihnen wie ein Menetekel unter einem schweren Himmel im Abendlicht liegt, auf Schinkels Nikolai-, auf die Heilig-Geist-Kirche. Es ist als ahnten die Abendgesellschaft das kommende Unheil.

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Blicke auf drei unterschiedliche Werkgruppen

Kieler Stadtgalerie zeigt Miniaturlandschaften in der zeitgenössischen Fotografie, Kieler Kunst zwischen 1918 und 1945 und Ausstellungsplakate zu Ulrich Behl

Von Hannes Hansen

Kiel. Mit gleich drei Präsentationen macht die Kieler Stadtgalerie seit Freitagabend mächtig etwas her. Im Foyer grüßen den Besucher an die fünfzig Plakate aus ebenso vielen Jahren, die Ausstellungen des Zeichners, Grafikers und Objektkünstlers Ulrich Behl ankündigen. Im Anschluss an die Räume der Heinrich-Ehmsen-Stiftung wird an das Schaffen von Kieler Künstlern nach dem Ersten Weltkrieg erinnert.Und einem ganz speziellen Thema der Fotografie ist die Hauptausstellung gewidmet: „Modell Naturen”.

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