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Autor

Christoph Munk

Do It Yourself als Arbeitsanweisung

„Hammer”: Liederabend-Spezialist Franz Wittenbrink entwickelt mit dem Kieler Schauspiel-Ensemble einen bunten Abend

Von Christoph Munk

Kiel. Der Heimwerkermarkt – das ist des Bürgers Heimatland. Selbermachen ohne fachliche Ahnung. Da kann jeder seinem Sparzwang folgen und gleichzeitig das männliche Ego  bedienen. Dieser Spur folgt „Hammer“, der neue Liederabend des Genre-Spezialisten Franz Wittenbrink im Kieler Schauspielhaus. Unter seiner Regie durfte sich das Ensemble singend, spielend, improvisierend einbringen –  mit spürbarer Lust an Theaterhandwerkerei und zum sichtlichen Vergnügen des applausfreudigen Publikums nach der Uraufführung.

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Blättern im Album eines Familienlebens

Dariush Yazdkhasti präsentiert „Mary Page Marlowe – Eine Frau“ im Kieler Schauspiel

Von Christoph Munk

Kiel. „Ich hatte ein gutes Leben. Von den Sachen, die ich machen wollte, hab ich viel gemacht.“ Als Mary Page Marlowe in dieser Überzeugung spricht, ist sie 69 Jahre alt und bereit zu sterben. Doch das Ende ihres Lebens markiert nicht das Finale des Theaterstücks, das ihren Namen im Titel führt. Viel mehr platziert sein Autor, der Amerikaner Tracy Letts, die Erkenntnis ins Zentrum einer fiktiven Frauenbiografie, die auf der Bühne keiner Chronologie folgt und doch eine gewisse Logik erkennen lässt. Dariusch Yazdkhasti erzählt sie in seiner Inszenierung für das Kieler Schauspiel unangestrengt und doch voll konzentrierter Spannung.

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In den Netzen der schwarzen Dämonen

Aubers Grand Opéra „La muette de Portici“ in einer ehrgeizigen  politischen Deutung im Kieler Musiktheater

Von Christoph Munk

Kiel. Alles muss monumental erscheinen, aufwendig und effektvoll. Dann sind die Anforderungen der Gattung „Grand Opéra“ erfüllt. Insofern genügt die Produktion von Daniel François Esprit Aubers „La Muette de Portici“ am Kieler Musiktheater den Ansprüchen. Und die Inszenierung von Valentina Carrasco setzt darauf zusätzlich eine politisch aktualisierte Interpretation des Revolutions-Themas, die trotz gewisser Verzerrungen anerkennenden Premierenbeifall erzielt.

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Musikalischer Sturm auf die ganze Stadt

Mit neuem Generalmusikdirektor und voller Elan in die Spielzeit 2019/2020 des Kieler Theaters

Von Christoph Munk

Kiel. Voller Elan, Stolz, Einfallsreichtum und Schaffenskraft stürmt Benjamin Reiners, der neue Generalmusikdirektor des städtischen Kieler Theaters, mit den Plänen in seiner ersten Saison auf seine neue Wirkungsstätte zu. Es scheint,  als wolle er alle Altersgruppen und Orte musikalisch erobern und mit seinem Konzertprogramm umarmen.  Nicht zufällig überließ ihm darum Generalintendant Daniel Karasek bei der Vorstellung des Programms für die Spielzeit 2019/2020 die erste Position.

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Wenn der Kindersegen ausbleibt

Szenisch geordnet, musikalisch ausgereift: „Die Frau ohne Schatten” von Richard Strauss in der Kieler Oper

Von Christoph Munk

Kiel. Einen „gewaltigen Menschheitsentwurf“ nennt die Sängerin  und Regisseurin Brigitte Fassbaender „Die Frau ohne Schatten“ aus dem Jahre 1919. Mit der konzeptionellen Entscheidung, ihre Kieler Inszenierung in der Entstehungszeit anzusiedeln, gibt die Sängerin und Regisseurin auch ein politisches Statement ab, das allerdings in zeitloser Gültigkeit vom  übermächtigen Reichtum der Musik unter dem Dirigat von Generalmusikdirektor Georg Fritzsch überwölbt wird.

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Eine Ehe zwischen Durchgangsstraße und Rosengarten

Muster statt Raffinesse:  Harold Pinters Einakter „Der Liebhaber” im Kieler Schauspiel-Studio

Von Christoph Munk

Kiel. Was ist wahr, was nicht? Was existiert in Wirklichkeit, was scheint nur so. Der englische Dramatiker Harold Pinter hat sich mit Vorliebe solchen Fragen gewidmet. Und auf der Bühne könnte sich daraus ein reizvolles Vexierspiel ergeben. Davon lebt Pinters früher Einakter „Der Liebhaber“, den Kiels Generalintendant Daniel Karasek als kleine Theaterübung im Schauspielstudio inszeniert hat.

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Ein Heiliger im verkommenen Gelände

Theaterhandwerk mit Goldenem Boden: Victor Hugos „Die Elenden” für das Kieler Schauspiel dramatisiert

Von Christoph Munk

Kiel. Als Roman ist Victor Hugos „Die Elenden“ ein dicker Brocken. Auf weit über tausend Seiten entsteht ein historische Panorama aus dem 19. Jahrhundert. Und der Held der Erzählung durchläuft darin den Weg einer inneren Läuterung. Wie unterhaltend dieses epische Werk als Drama auf die Bühne zu wuchten ist, zeigt jetzt die Theaterversion von Malte Kreutzfeldt und Jens Paulsen  im Kieler Schauspiel.

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Pflichtübung in Sachen Horrortrip

Szenisch harmlos, musikalisch munter: Stephen Sondheims Musical „Sweeney Todd” im Kieler Opernhaus

Von Christoph Munk

Kiel. Er betrieb sein Geschäft blutig, brutal und mit tödlicher Konsequenz. So wurde aus einem selbstgerechten Rächer eine Legendenfigur und der Titelheld eines Musical-Thrillers von Stephen Sondheim: „Sweeney Todd – Der Teufelsbarbier von der Fleet Street“. 40 Jahre nach seiner Uraufführung am Broadway geht das Werk jetzt als eine gemütlich gruselige Schauergeschichte in der Inszenierung von Ricarda Regina Ludigkeit über die Bühne des Kieler Opernhauses.

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Versuchsanordnung mit traurigen Figuren

Juli Zehs Roman „Spieltrieb” in strenger Ordnung auf der Bühne des Kieler Schauspielhauses

Von Christoph Munk

Kiel. Das Porträt einer ganzen Generation zu Beginn unseres Jahrhunderts? Oder doch nur ein gewollt abseitiger Blick auf zwei extrem sonderbare Gestalten? Große Bedeutung oder kleiner Pieps? Reichweite und Wirkungskraft von Juli Zehs Roman „Spieltrieb“ von 2004 lässt sich auch angesichts von Bernhard Studlars Bühnenfassung zwei Jahre später kaum einschätzen. Immerhin versucht jetzt Mona Kraushaars Inszenierung für das Kieler Schauspiel, dem Konstrukt durch grafisch strenge Ordnung Kontur zu geben und holt sich dafür beachtlichen Premierenapplaus.

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Blut ist im Hemd

Haley McGees irritierendes Solo „Meine Irma, Deine Irma” als sanftes Drama im Schauspiel-Studio

Von Christoph Munk

Kiel. Damals, beim 8. Thespis Monodramen-Festival 2012 kobolzte die junge Kanadierin Haley McGee über die Bühne des Kieler Schauspiel.-Studios. Das war so überraschend, so frech, so frisch, so irritierend und messerscharf, dass das Festivalpublikum ihr Stück und ihre Performance sofort ins Herz schloss. Und auch die international besetzte Jury zögerte nicht, ihr den Ersten Preis zuzuerkennen. Jetzt spielte Agnes Richter das Stück im Kieler Schauspielstudio

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