hansen & munk

der kultur.blog für kiel und mehr

Autor

Christoph Munk

Heiratsmarkt: Der Richtige am falschen Ort

„Arabella”: Lyrische Komödie von Richard Strauss im Kieler Opernhaus

Von Christoph Munk

Kiel. Mehr als 30 Jahre hat es gedauert, bis die Kieler Oper „Arabella“, die Lyrische Komödie von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal, wieder ins Repertoire nahm. Jetzt bemüht sich die Inszenierung von Uwe Schwarz erfolgreich darum, mit der Aktion auf der Bühne gegen die starke musikalische Präsenz der Kieler Philharmoniker unter GMD Georg Fritzsch standzuhalten.

Weiterlesen →

Zusammenspiel über Sprachgrenzen hinweg

Der russische Regisseur Artjom Terjochin freut sich auf die Theaterpartnerschaft zwischen Tilsit und Kiel

Von Christoph Munk

Kiel. Kann man Schauspieler mit russischer Tradition und Ausbildung zusammen mit deutschen Akteuren in einem Theaterstück auf die Bühne bringen? Trotz der sprachlichen Gegensätze? Man kann, meint der russische Regisseur Artjom Terjochin. Er ist nach Kiel gekommen, um konkrete Details zur Realisierung der Partnerschaft zu besprechen, die die Kieler Komödianten mit dem Theater Tilsit in Sovetsk im Oktober beschlossen haben.

Weiterlesen →

Abenteuerreise durch einen Zauberwald

Sehr frei nach den Gebrüdern Grimm: „Hänsel und Gretel“ als Märchenspiel im Kieler Opernhaus

Von Christoph Munk

Kiel. Der Weg durch den finsteren Wald ist weit und gefährlich für die beiden Geschwister in dem Märchen „Hänsel und Gretel“. Aber auf der Bühne des Kieler Opernhauses ist er noch viel länger, aber auch unterhaltsamer und abenteuerlicher als in der schlichten Vorlage, die die Gebrüder Grimm einst niederschrieben. Denn Annika Hartmann und Jens Paulsen lassen in ihrer Bearbeitung für die Kieler Bühnen ihren von vielerlei Motiven genährten Einfällen freien Lauf.

Weiterlesen →

Prinz in der Kirche – König auf der Kanzel

Die Kieler Komödianten spielen ihre Version von St. Exupérys „Der Kleine Prinz“ in St. Nikolai

Von Christoph Munk

Kiel. „Manchmal bewirken auch die vielen Baustellen in Kiel etwas Gutes“, stellt Pastor Matthias Wünsche fest. Damit spielt er darauf an, dass wegen der Sanierung des Rathausturmes in diesem Sommer das Kieler Theater „Die Komödianten“ seine Freilicht-Version von Antoine de St. Exupérys „Der Kleine Prinz“ im Innenhof des Rathauses ausfallen lassen musste. Daraus könnte sich eine gute Gelegenheit ergeben, sagte sich der Pastor an St. Nikolai und bot Komödianten-Chef Markus Dentler an , im Rahmen seiner Reihe Offene Kirche mit seinem Theater in St- Nikolai am Alten Markt zu gastieren. Am Sonntag, 19. November, um 19 Uhr ist es so weit. Eine zweite Aufführung ist für Mittwoch, 29. November geplant.

Weiterlesen →

Von der Meuterei zum Aufstand für Demokratie

Kiel feiert 2018 den Beginn der deutschen Revolution vor 100 Jahren

Von Christoph Munk

Kiel. Im November 1918 widersetze sich die Besatzung des III. Geschwaders im Hafen von Kiel gegen den Einsatzbefehl, mit der Hochseeflotte im für das deutsche Kaiserreich verlorenen Ersten Weltkrieg zu einem letzten Seegefecht auszulaufen. Stattdessen trafen sich Matrosen mit Arbeitern im Stadtgebiet zu Streiks und Demonstrationen. Was – juristisch betrachtet – als Meuterei begann, gilt als Auslöser der Revolution von 1918 und wird im Jahr des 100-jährigen Jubiläums als Aufstand für Demokratie in Deutschland verstanden.

Weiterlesen →

Ein Leben vor und hinter den Kulissen

Ein Urgestein des Schauspiels erzählt in einem Buch von seinen Erlebnissen nicht nur im Rampenlicht

Von Christoph Munk

Kiel. „Kein Theater! Kein Theater!“ nennt Kiels Kammerschauspieler Siegfried Kristen sein Erinnerungsbuch. Pure paradoxe Koketterie. Denn nichts war und ist dem Sigi wichtiger als Leben auf und hinter der Bühne – sein Leben lang, die meisten der 88 Jahre Jahre davon verbracht im Schauspielhaus oben an der Holtenauer Straße oder unten in der Oper und im Rathaus. Was von der flüchtigen Kunst Theater festzuhalten ist, hat Siegfried Kristen aus ganz persönlicher Sicht in ein Buch gebannt und dabei ein Stück Kieler Kulturgeschichte aufgeschrieben.

Weiterlesen →

Ein einig Volk von Künstlern

Fabio Ceresa präsentiert an der Kieler Oper eine ehrgeizige Konzeption von Rossinis „Guillaume Tell“

Von Christoph Munk

Kiel. Die Wiederkehr der Freiheit feiern die Menschen aus Unterwalden, Uri und der Schwyz im großen Schlusschor. Und Jemmy, der Sohn des Titelhelden, darf dazu mit breitem Bogenstrich das Violoncello spielen. Mit diesem Bild sagt Regisseur Fabio Ceresa überdeutlich was ihm als Hauptmotiv von Gioachino Rossinis Grand Opéra „Guillaume Tell“ im Sinne steht: Freiheit heißt bei ihm die Freiheit zur Ausübung der Kunst, denn mit ihr gewinnt ein Volk seine Identität. In dieser Überzeugung bedient sich der italienische Gastregisseur mit großer Geste aller Mittel, die an der Kieler Oper zu Gebote stehen – und erntet dankbaren Premierenapplaus.

Weiterlesen →

Vom Spiel zum Stress, von Helfern zu Opfern

Kristin Trosits inszeniert Felicia Zellers „Kaspar Häuser Meer“ im Studio des Kieler Schauspiels

Von Christoph Munk

Kiel. Am Anfang, wenn sich die Bühnennebel im Studio des Kieler Schauspielhauses allmählich lichten, sieht alles noch recht leichtgängig aus: Drei Frauen nähern sich dem Publikum mit lockeren Grußbotschaften über die Rampe hinweg. Eher beiläufig befassen sie sich mit den Geräten, die auf einer Stufenlandschaft stehen. Nach und nach erst entwickelt sich aus ihrer heiter anmutender Tätigkeit ernsthafte Pflicht. Aus Spiel wird Stress. Und aus den formalisierten Texten von Felicia Zeller schält sich immer deutlicher ein brisantes Thema heraus: In „Kaspar Häuser Meer“ geht es um soziale Verelendung, um Kindesvernachlässigung, um Familienfürsorge, Schutz vor Misshandlungen. Und vor allem um die Folgen, die jene damit verbundenen Aufgaben bei den Mitarbeitern der Behörden anrichten.

Weiterlesen →

Atemlos durch die Nacht

Mit Temperament und Tempo: „Fame – das Musical” zur Saisoneröffnung im Kieler Musiktheater

Von Christoph Munk

Kiel. Jubeln, Johlen, Jauchzen – gemessen am Schlussapplaus erlebte das Kieler Musiktheater am Freitag eine außerordentlich erfolgreiche Saisoneröffnung. Im Taumel des kreischend gefeierten Events zeigte sich diesmal statt Opern-Glanz eine aufgekratzte, routiniert abgespulte Hymne an Begabung, Ehrgeiz und Streben nach Glamour: „Fame – das Musical“ – flüssig in Szene gesetzt von Ricarda Regina Ludigkeit, musikalisch energisch angetrieben von Moritz Caffier und ausgeführt von einer gut gelaunten Sänger-Tänzer-Truppe.

Weiterlesen →

Die verhängnisvolle Seite der Wahrheit

Katrin Lindner eröffnet die Spielzeit im Kieler Schauspiel mit Henrik Ibsens „Die Wildente“

Von Christoph Munk

Kiel. Imposant und sauber aus Holz gefügt ragt die weiße Fassade in den Himmel. Doch der großartige Bau, das Haus von Konsul Werle, dreht sich und zeigt seine dunkle, verworrene Seite. Dort haust die Familie Ekdal – in kleineren, höchstens auskömmlichen Verhältnissen. Die sozialen Kontraste also sind unübersehbar, aber Alexander Wolfs raffinierte Raumerfindung auf der Bühne des Kieler Schauspielhauses offenbart ebenso deutlich, wie untrennbar die Familien Werle und Ekdal in Henrik Ibsens Schauspiel „Die Wildente“ verbunden sind. Sie sind, so will es Katrin Lindners Inszenierung, in eine ausweglos tödliche Tragödie getrieben.

Weiterlesen →

© 2018 hansen & munk — Diese Website läuft mit WordPress

Theme erstellt von Anders NorénNach oben ↑