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Christoph Munk

Wenn der Kindersegen ausbleibt

Szenisch geordnet, musikalisch ausgereift: „Die Frau ohne Schatten” von Richard Strauss in der Kieler Oper

Von Christoph Munk

Kiel. Einen „gewaltigen Menschheitsentwurf“ nennt die Sängerin  und Regisseurin Brigitte Fassbaender „Die Frau ohne Schatten“ aus dem Jahre 1919. Mit der konzeptionellen Entscheidung, ihre Kieler Inszenierung in der Entstehungszeit anzusiedeln, gibt die Sängerin und Regisseurin auch ein politisches Statement ab, das allerdings in zeitloser Gültigkeit vom  übermächtigen Reichtum der Musik unter dem Dirigat von Generalmusikdirektor Georg Fritzsch überwölbt wird.

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Eine Ehe zwischen Durchgangsstraße und Rosengarten

Muster statt Raffinesse:  Harold Pinters Einakter „Der Liebhaber” im Kieler Schauspiel-Studio

Von Christoph Munk

Kiel. Was ist wahr, was nicht? Was existiert in Wirklichkeit, was scheint nur so. Der englische Dramatiker Harold Pinter hat sich mit Vorliebe solchen Fragen gewidmet. Und auf der Bühne könnte sich daraus ein reizvolles Vexierspiel ergeben. Davon lebt Pinters früher Einakter „Der Liebhaber“, den Kiels Generalintendant Daniel Karasek als kleine Theaterübung im Schauspielstudio inszeniert hat.

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Ein Heiliger im verkommenen Gelände

Theaterhandwerk mit Goldenem Boden: Victor Hugos „Die Elenden” für das Kieler Schauspiel dramatisiert

Von Christoph Munk

Kiel. Als Roman ist Victor Hugos „Die Elenden“ ein dicker Brocken. Auf weit über tausend Seiten entsteht ein historische Panorama aus dem 19. Jahrhundert. Und der Held der Erzählung durchläuft darin den Weg einer inneren Läuterung. Wie unterhaltend dieses epische Werk als Drama auf die Bühne zu wuchten ist, zeigt jetzt die Theaterversion von Malte Kreutzfeldt und Jens Paulsen  im Kieler Schauspiel.

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Pflichtübung in Sachen Horrortrip

Szenisch harmlos, musikalisch munter: Stephen Sondheims Musical „Sweeney Todd” im Kieler Opernhaus

Von Christoph Munk

Kiel. Er betrieb sein Geschäft blutig, brutal und mit tödlicher Konsequenz. So wurde aus einem selbstgerechten Rächer eine Legendenfigur und der Titelheld eines Musical-Thrillers von Stephen Sondheim: „Sweeney Todd – Der Teufelsbarbier von der Fleet Street“. 40 Jahre nach seiner Uraufführung am Broadway geht das Werk jetzt als eine gemütlich gruselige Schauergeschichte in der Inszenierung von Ricarda Regina Ludigkeit über die Bühne des Kieler Opernhauses.

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Versuchsanordnung mit traurigen Figuren

Juli Zehs Roman „Spieltrieb” in strenger Ordnung auf der Bühne des Kieler Schauspielhauses

Von Christoph Munk

Kiel. Das Porträt einer ganzen Generation zu Beginn unseres Jahrhunderts? Oder doch nur ein gewollt abseitiger Blick auf zwei extrem sonderbare Gestalten? Große Bedeutung oder kleiner Pieps? Reichweite und Wirkungskraft von Juli Zehs Roman „Spieltrieb“ von 2004 lässt sich auch angesichts von Bernhard Studlars Bühnenfassung zwei Jahre später kaum einschätzen. Immerhin versucht jetzt Mona Kraushaars Inszenierung für das Kieler Schauspiel, dem Konstrukt durch grafisch strenge Ordnung Kontur zu geben und holt sich dafür beachtlichen Premierenapplaus.

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Blut ist im Hemd

Haley McGees irritierendes Solo „Meine Irma, Deine Irma” als sanftes Drama im Schauspiel-Studio

Von Christoph Munk

Kiel. Damals, beim 8. Thespis Monodramen-Festival 2012 kobolzte die junge Kanadierin Haley McGee über die Bühne des Kieler Schauspiel.-Studios. Das war so überraschend, so frech, so frisch, so irritierend und messerscharf, dass das Festivalpublikum ihr Stück und ihre Performance sofort ins Herz schloss. Und auch die international besetzte Jury zögerte nicht, ihr den Ersten Preis zuzuerkennen. Jetzt spielte Agnes Richter das Stück im Kieler Schauspielstudio

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Tanz der Dampfnudeln um den weiblichen Rollmops

Üppig lustig, musikalisch brillant:  Rossinis „Il Barbiere di Seviglia” als Comic im Kieler Opernhaus

Von Christoph Munk

Kiel. Kann man Gioachino Rossinis heiterste „opera buffa“ über das unbeschwerte szenische Spiel hinaus noch komischer machen? Man kann. Zumindest nach der Auffassung des Filmanimateurs Joshua Held und des Regisseurs Pier Francesco Maestrini. Sie lassen in ihrer Inszenierung der Musik-Komödie „Il Barbiere di Seviglia“ belebte Comic-Figuren in munterem Miteinander lustig auf Leinwand und Bühne los. Die größte Lust an dieser hoch bejubelten Produktion aber bereitet Kiels Erster Kapellmeister Daniel Carlberg, der das Sängerensemble und das Philharmonische Orchester zu einer brillanten musikalischen Höchstleistung animiert.

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Nirgendwo ein Hauch von Nähe

Florian Zellers Erfolgsstück „Vater” als nüchterne Beobachtung im Kieler Schauspiel

Von Christoph Munk

Kiel. Zuerst vermisst er nur seine Uhr. Dann sieht sich André immer mehr bedrohlichen  Irritationen ausgesetzt. Schließlich scheint ihm die ganze Welt abhanden zu kommen. Wie einen unaufhaltsamen Sog in die Isolation beschreibt der französische Autor Florian Zeller die Entwicklung einer Demenz in seinem Drama „Vater“, dessen Erfolgsspur nun auch ins Kieler Schauspiel führt und bei seiner Premiere respektvollen Beifall auslöste.

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Die Revolution lässt noch auf sich warten

Liebeswirren in Zeiten des Matrosenaufstandes: Uraufführung der Oper „Falscher Verrat” im Kieler Musiktheater

Von Christoph Munk

Kiel.Zwei Ideen sollten zusamenwachsen: Die Anstrengung, den Kieler Matrosenaufstand von 1918 zum 100. Jahrestag am Ort des Geschehens umfassend zu würdigen, und der Wille des Theaters, sich daran angemessen feierlich zu beteiligen. Das Ergebnis: „Falscher Verrat“, ein aufwendiges Opus des italienischen Komponisten Marco Tutino, das mit den historischen Fakten großzügig hantiert und gleichzeitig vertraute Muster der Oper effektvoll nutzt. Die Uraufführung wurde vor fast ausverkauftem Haus entsprechend respektvoll bejubelt.

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Mackie Messer schwitzt statt zu beißen

Genuss ohne Reue: Annette Pullen inszeniert „Die Dreigroschenoper” am Kieler Schauspielhaus

Von Christoph Munk

Kiel. Seit seiner Uraufführung vor 90 Jahren rauscht „Die Dreigroschenoper” von Bert Brecht und Kurt Weill als maximaler Erfolg durch die Theatergeschichte, ohne wegen seiner politischen Botschaft Anstoß zu erregen. Auch die Kieler Neuinszenierung von Annette Pullen setzt auf die kulinarische Wirkungskraft des Unterwelt-Klassikers mit Musik.

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