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Autor Christoph Munk

Vorgeschriebener Abstand, verbotene Nähe

Musiktheater unter Corona-Bedingungen: Mozarts Jugendwerk „Die Gärtnerin aus Liebe” im Kieler Opernhaus

Von Christoph Munk

Kiel. Kann man unter dem Diktat der Vorschriften in Zeiten der Pandemie eine Oper aufführen? Man kann. Selbst wenn es sich um eine ursprünglich turbulente Opera buffa handelt, nämlich Wolfgang Amadeus Mozarts Jugendwerk „Die Gärtnerin aus Liebe“. Kiels Generalintendant Daniel Karasek tritt als Aufsicht führender Regisseur den Beweis dazu an. Auch wenn daraus eine weitgehend keimfreie, aber nach der Premiere immerhin respektvoll beklatschte Veranstaltung wird.

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Hier ist man Mensch

Liederabend unter Corona-Bedingungen: „Balkonien” eröffnet die Spielzeit im Kieler Musiktheater

Von Christoph Munk

Kiel. Kann man aus den Themen Corona-Pandemie und Lockdown ein theatertaugliches Stück entwickeln? Man kann. Das Produktionsteam im Kieler Opernhaus beweist es mit seinem neuen szenisch-musikalischen Unterhaltungsprogramm. Es trägt den beziehungsreichen Titel „Balkonien“ und führt im Untertitel die fast amtliche Bezeichnung „Ein Hinterhof-Liederabend in kontaktbeschränkten Zeiten“. Hygienemäßig soweit alles in Ordnung, allerdings kam im vorschriftsmäßig gelichteten Zuschauerraum nach der Premiere verbreitet kollektive Begeisterung auf.

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Bubenstreiche im Sauseschritt

„Max und Moritz” ganz nach Wilhelm Busch als Liederabend im Kieler Schauspiel

Von Christoph Munk

Kiel. Jetzt aber: Attacke! Wochenlang lähmte die Corona-Pandemie den Theaterbetrieb: totaler Lockdown zuerst, dann penible Hygienekonzepte, Abstandsregeln, strenger noch auf der Bühne als im Leben. Da hatten sich erkennbar Frust und Energie angestaut, im Ensemble des Kieler Schauspiels. Das musste jetzt raus – mit Macht. Und so widmet sich die erste Produktion der vorzeitig begonnenen neue Spielzeit zwei Typen mit Protestpotenzial: Max und Moritz. Und ihr Auftritt war geprägt von Spielfreude, Lautstärke und Tempobolzerei.

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Aus dem Schatten von Corona ins Rampenlicht

Mit einem „Kulturfestival” will Schleswig-Holsteins Landesregierung bis zum Herbst professionelle Kreative unterstützen

Von Christoph Munk

Kiel. Mitten in der Corona-Krise will die Landesregierung Schleswig-Holstein die von der Pandemie in den Schatten gestellten Künstlerinnen und Künstler wieder ins Rampenlicht bringen und finanziell unterstützen. Bis zum Herbst sind etwa 90 öffentliche Auftritte geplant, für die das Land insgesamt drei Millionen Euro ausgeben will. Als Botschafter für das „Kulturfestival” wurden Persönlichkeiten wie Peter Heinrich Brix und Axel Milberg gewonnen.

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Strenge Regeln erzwingen kleine Formate

Kleckern statt Klotzen: Das Kieler Theater plant seine kommende Spielzeit unter Corona-Verhältnissen

Von Christoph Munk

Kiel. In seinen schönsten Träumen entwirft das Theater seine eigene, andere Welt, im Idealfall eine Utopie. Doch angesichts irdischen Realitäten einer wuchernden Virus-Pandemie müssen auch die Darstellenden Künste ohnmächtig auf dem Boden der Tatsachen verharren. Und so bleibt auch den Kieler Bühnen keine andere Wahl, als ihre Pläne für die kommende Spielzeit nach den Bedingungen der Corona-Krise auszurichten. Nicht wegen herrschender Ängste oder ahnungsvoller Bedenklichkeiten, sondern gegen konkret erlassene Hygiene-Vorschriften setzt darum Generalintendant Daniel Karasek mit seinen Programmen ein knappes, aber vielfältiges Lebenszeichen – gegen Regeln, „die für uns tödlich sind“.

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Statt „Der Kleine Prinz” gibt es „Theater to go“

Schritte aus der Verbotszone: Kiels „Komödianten” gehen mit Miniaturen vor die Tür

Von Christoph Munk

Kiel. Klar, dass Markus Dentler nicht ewig stillhalten und sich unter den Bedingungen der Corona-Pandemie am Theaterspielen hindern lassen würde. Lange trug ihn die Hoffnung, er könnte mit seinen „Komödianten“ ab Mitte Juli im Innenhof des Kieler Rathauses wie in jedem Jahr Saint-Exupérys „Der Kleine Prinz“ aufführen. Nachdem er diesen Plan aufgeben musste, geht er mit einem anderen Projekt an die Öffentlichkeit: „Theater to go“ – Straßentheater zum Abholen im Vorbeigehen.

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Wie uns die Bilder vom Krieg erreichen

„Die Trojaner” von Hector Berlioz in der Kieler Oper – Anmerkungen zu Alexandra Liedtkes Inszenierung

Von Christoph Munk

Kiel. Es geht – wie so oft – um eine Liebe im Schatten des Krieges. Doch diesmal steckt mehr dahinter: Denn hier wird vom Schicksal eines ganzes Volkes erzählt und von der Nichtigkeit menschlichen Strebens unter der Allmacht der Götter. „Die Trojaner“, die Grand Opéra  von Hector Berlioz, fordert in ihrer tragischen Wucht und musikalischen Opulenz immense künstlerische Kräfte – eine Herausforderung, die Gastregisseurin Alexandra Liedtke und der Stellvertretender Generalmusikdirektor Daniel Carlberg im Kieler Musiktheater imposant bestehen.

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Tricksen, Tarnen, Täuschen

Mit Risiko zum Leerlauf: Olaf Strieb inszeniert im Kieler Opernhaus „Die Fledermaus“ von Johann Strauß

Von Christoph Munk

Kiel. Reinfeiern, Feiern, Rausfeiern. Nach so einem Dreiertakt ausgelassener Festivitäten lässt sich auch „Die Fledermaus“, die grandiose Operette von Johann Strauß, zelebrieren. Das kann dank musikalischer Opulenz und szenischem Glanz gelingen. Für das eine sorgt in der Kieler Neuproduktion Daniel Carlberg mit dem Philharmonischen Orchester und dem Opernchor, für das andere sind Regisseur Olaf Strieb und sein Ausstatter Heiko Mönnich zuständig, die mit ein paar Novitäten überraschten und doch dem überwiegenden Teil des Premierenpublikums jubelnden Applaus entlockten.

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Präzis erinnert, frei erfunden

Hannes Hansen stellt im Literaturhaus Schleswig-Holstein seinen Roman „Jenes volle satte Gelb” vor

Von Christoph Munk

Kiel. Der Buchtitel ist trügerisch: „Jenes volle satte Gelb“ scheint auf eine Stadt hinzuweisen, für die diese Farbe kennzeichnend ist. Doch der Autor wendet ein, der Ortsname werde in seinem Roman niemals genannt. Richtig. Aber als er ihn jetzt im Kieler Literaturhaus vorstellte, wissen viele seiner Zuhörer, dass Hannes Hansens literarische Reise zwar in die eigene Geburtsstadt, aber nicht vollständig in die eigene Vergangenheit führt: Es geht zwar unübersehbar um Potsdam, aber aufgedeckt werden allenfalls ein paar Brocken Lebenserinnerung des Autors.

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Machtspiel auf der Kippe

Jule Gröning inszeniert im Kieler Schauspiel-Studio David Mamets „Oleanna”

Von Christoph Munk

Kiel. Man braucht die aktuell aufgeladene #meetoo-Debatte nicht, um die Brisanz von David Mamets „Oleanna“ zu begreifen. Der schon 1992 uraufgeführte Bühnen-Dialog zwischen einem Professor und seiner Studentin funktioniert als Machtspiel auf akademischen Gelände – mit unerwartetem Ergebnis. Das führt die junge Regisseurin Jule Gröning mit einer konzentrierten Inszenierung im Studio des Kieler Schauspiels vor und sichert sich damit zustimmenden Premierenbeifall.

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