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Autor

Christoph Munk

Der verzagte Andenkenverwalter

Szenisch nüchtern, musikalisch opulent: Korngolds Geniestreich „Die tote Stadt” im Kieler Opernhaus

Von Christoph Munk

Kiel. Ein Opernerlebnis der krassen Gegensätze: Unten im Orchestergraben entfacht Generalmusikdirektor Benjamin Reiners mit den Kieler Philharmonikern einen  wuchtigen Orkan der Gefühle. Oben auf der Bühne weht unter der Anleitung der jungen Gastregisseurin Luise Kautz eine bescheidene Böe durch den bürgerlichen Alltag. Erich Wolfgang Korngolds „Die tote Stadt“, der frühreif aufgewühlte Geniestreich eines eben über 20-Jährigen, zeigt sich mit Sängerdarstellern bestückt, die bei hoch anständigen Gesangsleistungen in musterhaften Figuren feststecken.

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Auf Tanzbeinen in die Herzen der Fans

Im pulsierenden Gershwin-Sound: „Ein Amerikaner in Paris“ auf der Kieler Opern-Bühne

Von Christoph Munk

Kiel. „Ein Amerikaner in Paris“: Einen langen Weg hat er zurückgelegt, ehe er bühnenreif wurde. 1928 in einem einem sinfonischen Konzertstück von George Gershwin erdacht, wurde er zum Titelhelden eines Hollywood-Musicalfilms und feierte erst 2014 eine Wiedererweckung – auf der Musical Bühne in Paris. Nun findet der singende und tanzende Ex-GI und hoffnungsvolle Maler direkt in die Herzen des Kieler Publikums – dank einer zündenden Inszenierung von Ricarda Regina Ludigkeit und dem begeisternden Dirigat von Daniel Carlberg.

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Die große Jeder kann mitmachen-Show

„sommeroperKIEL”: Giuseppe Verdis Spätwerk „Aida” als tolles Betriebsfest der Firma Karasek”

Von Christoph Munk

Kiel. „Moin Aida“ – das Werbebanner am Zaun bringt es auf den Punkt: Auf dem  Rathausplatz wird unter dem Label „sommertheaterKIEL“ eine Verdi-Oper salopp vermarktet und solide ausgeführt. Da weiß man was man kriegt: die populäre  Geschichte von einer tragischen Liebe im Schatten des Krieges, erzählt in bunten Bildern und aufwendigen Aktionen, unter massivem Personaleinsatz einschließlich erstklassiger Solisten und unterfüttert mit süffiger, wohlig schwelgender oder dramatisch ausbrechender Musik. Kann man von einem Open Air Event mehr erwarten?

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Do It Yourself als Arbeitsanweisung

„Hammer”: Liederabend-Spezialist Franz Wittenbrink entwickelt mit dem Kieler Schauspiel-Ensemble einen bunten Abend

Von Christoph Munk

Kiel. Der Heimwerkermarkt – das ist des Bürgers Heimatland. Selbermachen ohne fachliche Ahnung. Da kann jeder seinem Sparzwang folgen und gleichzeitig das männliche Ego  bedienen. Dieser Spur folgt „Hammer“, der neue Liederabend des Genre-Spezialisten Franz Wittenbrink im Kieler Schauspielhaus. Unter seiner Regie durfte sich das Ensemble singend, spielend, improvisierend einbringen –  mit spürbarer Lust an Theaterhandwerkerei und zum sichtlichen Vergnügen des applausfreudigen Publikums nach der Uraufführung.

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Blättern im Album eines Familienlebens

Dariush Yazdkhasti präsentiert „Mary Page Marlowe – Eine Frau“ im Kieler Schauspiel

Von Christoph Munk

Kiel. „Ich hatte ein gutes Leben. Von den Sachen, die ich machen wollte, hab ich viel gemacht.“ Als Mary Page Marlowe in dieser Überzeugung spricht, ist sie 69 Jahre alt und bereit zu sterben. Doch das Ende ihres Lebens markiert nicht das Finale des Theaterstücks, das ihren Namen im Titel führt. Viel mehr platziert sein Autor, der Amerikaner Tracy Letts, die Erkenntnis ins Zentrum einer fiktiven Frauenbiografie, die auf der Bühne keiner Chronologie folgt und doch eine gewisse Logik erkennen lässt. Dariusch Yazdkhasti erzählt sie in seiner Inszenierung für das Kieler Schauspiel unangestrengt und doch voll konzentrierter Spannung.

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In den Netzen der schwarzen Dämonen

Aubers Grand Opéra „La muette de Portici“ in einer ehrgeizigen  politischen Deutung im Kieler Musiktheater

Von Christoph Munk

Kiel. Alles muss monumental erscheinen, aufwendig und effektvoll. Dann sind die Anforderungen der Gattung „Grand Opéra“ erfüllt. Insofern genügt die Produktion von Daniel François Esprit Aubers „La Muette de Portici“ am Kieler Musiktheater den Ansprüchen. Und die Inszenierung von Valentina Carrasco setzt darauf zusätzlich eine politisch aktualisierte Interpretation des Revolutions-Themas, die trotz gewisser Verzerrungen anerkennenden Premierenbeifall erzielt.

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Musikalischer Sturm auf die ganze Stadt

Mit neuem Generalmusikdirektor und voller Elan in die Spielzeit 2019/2020 des Kieler Theaters

Von Christoph Munk

Kiel. Voller Elan, Stolz, Einfallsreichtum und Schaffenskraft stürmt Benjamin Reiners, der neue Generalmusikdirektor des städtischen Kieler Theaters, mit den Plänen in seiner ersten Saison auf seine neue Wirkungsstätte zu. Es scheint,  als wolle er alle Altersgruppen und Orte musikalisch erobern und mit seinem Konzertprogramm umarmen.  Nicht zufällig überließ ihm darum Generalintendant Daniel Karasek bei der Vorstellung des Programms für die Spielzeit 2019/2020 die erste Position.

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Wenn der Kindersegen ausbleibt

Szenisch geordnet, musikalisch ausgereift: „Die Frau ohne Schatten” von Richard Strauss in der Kieler Oper

Von Christoph Munk

Kiel. Einen „gewaltigen Menschheitsentwurf“ nennt die Sängerin  und Regisseurin Brigitte Fassbaender „Die Frau ohne Schatten“ aus dem Jahre 1919. Mit der konzeptionellen Entscheidung, ihre Kieler Inszenierung in der Entstehungszeit anzusiedeln, gibt die Sängerin und Regisseurin auch ein politisches Statement ab, das allerdings in zeitloser Gültigkeit vom  übermächtigen Reichtum der Musik unter dem Dirigat von Generalmusikdirektor Georg Fritzsch überwölbt wird.

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Eine Ehe zwischen Durchgangsstraße und Rosengarten

Muster statt Raffinesse:  Harold Pinters Einakter „Der Liebhaber” im Kieler Schauspiel-Studio

Von Christoph Munk

Kiel. Was ist wahr, was nicht? Was existiert in Wirklichkeit, was scheint nur so. Der englische Dramatiker Harold Pinter hat sich mit Vorliebe solchen Fragen gewidmet. Und auf der Bühne könnte sich daraus ein reizvolles Vexierspiel ergeben. Davon lebt Pinters früher Einakter „Der Liebhaber“, den Kiels Generalintendant Daniel Karasek als kleine Theaterübung im Schauspielstudio inszeniert hat.

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Ein Heiliger im verkommenen Gelände

Theaterhandwerk mit Goldenem Boden: Victor Hugos „Die Elenden” für das Kieler Schauspiel dramatisiert

Von Christoph Munk

Kiel. Als Roman ist Victor Hugos „Die Elenden“ ein dicker Brocken. Auf weit über tausend Seiten entsteht ein historische Panorama aus dem 19. Jahrhundert. Und der Held der Erzählung durchläuft darin den Weg einer inneren Läuterung. Wie unterhaltend dieses epische Werk als Drama auf die Bühne zu wuchten ist, zeigt jetzt die Theaterversion von Malte Kreutzfeldt und Jens Paulsen  im Kieler Schauspiel.

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