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Tricksen, Tarnen, Täuschen

Mit Risiko zum Leerlauf: Olaf Strieb inszeniert im Kieler Opernhaus „Die Fledermaus“ von Johann Strauß

Von Christoph Munk

Kiel. Reinfeiern, Feiern, Rausfeiern. Nach so einem Dreiertakt ausgelassener Festivitäten lässt sich auch „Die Fledermaus“, die grandiose Operette von Johann Strauß, zelebrieren. Das kann dank musikalischer Opulenz und szenischem Glanz gelingen. Für das eine sorgt in der Kieler Neuproduktion Daniel Carlberg mit dem Philharmonischen Orchester und dem Opernchor, für das andere sind Regisseur Olaf Strieb und sein Ausstatter Heiko Mönnich zuständig, die mit ein paar Novitäten überraschten und doch dem überwiegenden Teil des Premierenpublikums jubelnden Applaus entlockten.

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Präzis erinnert, frei erfunden

Hannes Hansen stellt im Literaturhaus Schleswig-Holstein seinen Roman „Jenes volle satte Gelb” vor

Von Christoph Munk

Kiel. Der Buchtitel ist trügerisch: „Jenes volle satte Gelb“ scheint auf eine Stadt hinzuweisen, für die diese Farbe kennzeichnend ist. Doch der Autor wendet ein, der Ortsname werde in seinem Roman niemals genannt. Richtig. Aber als er ihn jetzt im Kieler Literaturhaus vorstellte, wissen viele seiner Zuhörer, dass Hannes Hansens literarische Reise zwar in die eigene Geburtsstadt, aber nicht vollständig in die eigene Vergangenheit führt: Es geht zwar unübersehbar um Potsdam, aber aufgedeckt werden allenfalls ein paar Brocken Lebenserinnerung des Autors.

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Machtspiel auf der Kippe

Jule Gröning inszeniert im Kieler Schauspiel-Studio David Mamets „Oleanna”

Von Christoph Munk

Kiel. Man braucht die aktuell aufgeladene #meetoo-Debatte nicht, um die Brisanz von David Mamets „Oleanna“ zu begreifen. Der schon 1992 uraufgeführte Bühnen-Dialog zwischen einem Professor und seiner Studentin funktioniert als Machtspiel auf akademischen Gelände – mit unerwartetem Ergebnis. Das führt die junge Regisseurin Jule Gröning mit einer konzentrierten Inszenierung im Studio des Kieler Schauspiels vor und sichert sich damit zustimmenden Premierenbeifall.

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Kein Betroffenheitsdrama

Michael Wallner inszeniert Wajdi Mouawads „Vögel“ am Kieler Schauspielhaus

Von Hannes Hansen

Kiel. Die Akteure werden aus der Balance geraten, sie werden straucheln und stürzen, körperlich wie seelisch. Denn Till Kuhnerts Schauplatz für Michael Wallners Inszenierung von Majdi Mouawads Erfolgsstück „Vögel“, das in dieser Saison allein an sechzehn deutschen Bühnen gespielt wird, setzt von Beginn an ein sinnfälliges Zeichen.

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Kopf über Herz

Der griechische Operndesigner Paris Mexis unterwirft Donizettis „Lucia di Lammermoor” einem strengen Konzept

Von Christoph Munk

Kiel. Ursprünglich entspringt die Tragödie einer jungen, um ihre Liebe betrogenen Frau dem ritter-romantisch wilden Schauerroman des Schotten Walter Scott. Der Italiener Gaetano Donizetti verwandelte den Stoff in das melodienselige, herzzerreißende  Belcanto-Spektakel „Lucia di Lammermoor“, dem nun der griechische Theater-Designer Paris Mexis im Auftrag des Kieler Musiktheaters ein kühl kalkuliertes Konzept verordnet, ein Planspiel, in dem immense Gefühle schematisch in Farben und Formen aufgelöst werden.

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Schokopudding, Ananas und die Liebe

Zum zweiten Mal fantasiereiches Kopf-Kino beim Drehbuchpreis Schleswig-Holstein

Von Jörg Meyer

Kiel. Und ewig grüßt nicht das Murmeltier, sondern der Schokopudding: „12 Uhr 30. Küche. Innensicht aus dem Kühlschrank. Thomas öffnet ihn. Vor ihm ein Schoko-Sahne-Pudding …“ Im steten Rhythmus der Arbeitstage wiederkehrende Regieanweisung aus „Einer für zwei“ von Chantelle Bissinger, eines von vier Kurzfilmdrehbüchern, nominiert für den Drehbuchpreis Schleswig-Holstein 2019.

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Der Sieg der Phantasie über die Realität

Christoph Munk inszeniert am Theater Die Komödianten die Geschichten um den Lügenbaron Münchhausen als Gerichtsfarce

Von Hannes Hansen

Kiel. Nein, nein, nein, ein Lügenbaron will er nicht sein, dieser Karl Friedrich Hieronymus von Münchhausen. Lügen habe er nie erzählt, behauptet er, bestenfalls ein paar Schnurren im Kreise seiner Freunde bei einem Glas Rotwein am heimatlichen Kamin seines Schlosses im braunschweigischen Bodenwerder. Und weil er um seinen guten Ruf  besorgt ist, lässt er nun, über zweihundert Jahre nach seinem Tod im Theater „Die Komödianten“ Klage vor Gericht erheben.

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Liebesgrüße an die gelbe Stadt

Hannes Hansen schildert in seinem neuen Roman das Potsdam der Wendezeit

Von Kai U. Jürgens

„Er wird sich schon wieder melden.“ Dies geht Silvia durch den Kopf, als ihr mit Antiquitäten handelnder Mann Georg nach einer Messefahrt in den frühen 1990er Jahren nicht nach Hause kommt. Doch Georgs Verschwinden hat tiefere Beweggründe; er fühlt einen unbestimmbaren Verlust, der keinen Aufschub duldet. Also kehrt er als knapp Fünfzigjähriger in seine Heimatstadt Potsdam zurück – mit unabsehbaren Konsequenzen …

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Fesseln der Schuld und Sühne

Henning Schöttke legt mit „Invidias Gesetze“ den fünften Roman seiner Todsünden-Reihe vor

Von Jörg Meyer

Kronshagen. Seit nunmehr zehn Jahren beschäftigt sich Henning Schöttke in seiner auf sieben Bände angelegten Romanreihe mit den Sieben Todsünden. Im fünften Band „Invidias Gesetze“ geht es um die Todsünde des Neids (lateinisch: Invidia). Wobei die Todsünden in allen Romanen „symbolhaft für mit ihnen in Beziehung stehende existentielle Grundlagen des Lebens“ stehen, sagt Schöttke. Im 2017 erschienenen „Superbias Lied“ stehen Eitelkeit und Hochmut für die Kunst und nunmehr in „Invidias Gesetze“ Neid und Eifersucht für Recht und Schuld.

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Letzte Schatzsuche

Mit der Präsentation „Image not available“ verabschiedet sich die Kieler Universitätsbibliothek (vorerst?) von ihrer langjährigen Ausstellungspraxis

Von Hannes Hansen

Kiel. Der Besuch der Kieler Universitätsbibliothek lädt wieder zu einer Schatzsuche für Bücherfreunde ein. Dr. Klára Erdei, als Fachreferentin unter anderem für die Altbestände der Bibliothek zuständig und seit 2001 engagierte Ausstellungsmacherin, breitet mit der Präsentation „Image not available“ in den Vitrinen im Foyer noch einmal und absehbar zum letzten Mal aus, was die zweitälteste Universität des Königreichs Dänemark an Buchschätzen aus über eintausend Jahren zu bieten hat.

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