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Über einen Etikettenschwindel

Zwei Wasserbecken werden zum „Kleinen Kiel Kanal“

Von Helmut Schulzeck

Kiel. Zwei im Bau befindliche isolierte Wasserbecken aus Stahlbeton an der Kieler Holstenbrücke, deren Wasserversorgung durch Rohrleitungen vom Kleinen Kiel sichergestellt werden soll, werden als „Kleiner Kiel Kanal“ tituliert. Manche versteigen sich sogar zu der pseudoromantischen Bezeichnung „Holstenfleet“. Das geschieht nunmehr unisono schon seit Beginn der jahrelangen Planung und wird beständig von der Stadt Kiel und den örtlichen Medien propagiert. Dabei kann von einem Kanal, womöglich noch mit fließenden Wasser, überhaupt keine Rede sein.

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Von der Meuterei zum Aufstand für Demokratie

Kiel feiert 2018 den Beginn der deutschen Revolution vor 100 Jahren

Von Christoph Munk

Kiel. Im November 1918 widersetze sich die Besatzung des III. Geschwaders im Hafen von Kiel gegen den Einsatzbefehl, mit der Hochseeflotte im für das deutsche Kaiserreich verlorenen Ersten Weltkrieg zu einem letzten Seegefecht auszulaufen. Stattdessen trafen sich Matrosen mit Arbeitern im Stadtgebiet zu Streiks und Demonstrationen. Was – juristisch betrachtet – als Meuterei begann, gilt als Auslöser der Revolution von 1918 und wird im Jahr des 100-jährigen Jubiläums als Aufstand für Demokratie in Deutschland verstanden.

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Und was heißt hier illustrativ?

Marthe Rosenow und Volker Tiemann werden vom Kunstraum B „B-fragt“

Von Hannes Hansen

Kiel. Organische Formen, die hier Menschen, dort Tiere erahnen lassen, Arbeiten, die zwischen Realität und Abstraktion changieren, das sind die mit dem Skalpell penibel heraus präparierten Scherenschnitte Marthe Rosenows. Kollege Volker Tiemanns „Universalmöbel“ sind von massiver Realität, aber durch und durch unpraktisch und Anlass für „achtersinniges“ Nachdenken. Arbeiten, die seit vergangenem Mittwoch im Rahmen und als Abschluss der Reihe „B-fragt“ im Kunstraum B in der Kieler Wilhelminenstraße unter dem Motto „Und was heißt hier illustrativ?“ gezeigt werden.

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Kein Patriot, sondern Poet

Konstantin Wecker begeisterte im Schloss mit seinem Jubiläumsprogramm „Poesie und Widerstand“

Von Jörg Meyer

Kiel. „Empört euch, wehrt euch!“, wettert Konstantin Wecker drei Stunden lang im fast voll besetzten Schloss gegen die herrschenden Verhältnisse. Kein Patriot will er in solchen sein, „nur“ Poet. „Poesie und Widerstand“ heißt daher sein Programm, das er sich zu seinem 70. Geburtstag vom und auf den Leib geschrieben hat.

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Ganz in Schwarz

Eindrücke vom KEIN KIEL Festival in der Schaubude

Von Jörg Meyer

Kiel. Draußen wirbelt ein Herbststurm die graubunten Blätter, drinnen in der Schaubude sind das Publikum und die Musik ganz in Schwarz. So gehört es sich für das fünfte KEIN KIEL Festival, zu dem die Kieler Post-Rock- und No-Wave-Matadoren No More drei Bands eingeladen haben.

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Der Dämon auf dem Deich

Stefan Gwildis las im Güterbahnhof Storms „Schimmelreiter“

Von Jörg Meyer

Kiel. Hinter einem Fischernetz, das wie eine bedrohliche Meereswelle wirkt, scheint er geisterhaft auf – der Schädel des Schimmels, auf dem Hauke Haien über seinen neuen Deich und schließlich in den Tod reitet. Man darf sich ein bisschen gruseln wie einst in Theodor Storms Novelle „Der Schimmelreiter“, die Stefan Gwildis zum 200. Geburtstag des Dichters als „Lesung mit Musik“ auf die Bühne des Güterbahnhofs bringt.

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Ein Leben vor und hinter den Kulissen

Ein Urgestein des Schauspiels erzählt in einem Buch von seinen Erlebnissen nicht nur im Rampenlicht

Von Christoph Munk

Kiel. „Kein Theater! Kein Theater!“ nennt Kiels Kammerschauspieler Siegfried Kristen sein Erinnerungsbuch. Pure paradoxe Koketterie. Denn nichts war und ist dem Sigi wichtiger als Leben auf und hinter der Bühne – sein Leben lang, die meisten der 88 Jahre Jahre davon verbracht im Schauspielhaus oben an der Holtenauer Straße oder unten in der Oper und im Rathaus. Was von der flüchtigen Kunst Theater festzuhalten ist, hat Siegfried Kristen aus ganz persönlicher Sicht in ein Buch gebannt und dabei ein Stück Kieler Kulturgeschichte aufgeschrieben.

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Zwischen Realismus und Abstraktion 

Die Bürgergalerie in der Fördesparkasse zeigt zu seinem 80. Geburtstag neue Bilder Eberhard Oertels

Von Hannes Hansen

Kiel. Er ist einer der bekanntesten Maler nicht nur Schleswig-Holsteins. Und einer der wandlungsfähigsten. Auf Eberhard Oertels Anfänge in den fünfziger und sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Stil des Tachismus der École de Paris folgten die kalt glitzernden, penibel und hyperrealistisch gemalten Bilder einer lebensfeindlichen technoiden Welt, seit über zwanzig dann die von einer ganz eigenen und unverkennbaren Mischung aus Abstraktion und Realität geprägten Werke.

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Vom Anderssein der Kunst

Henning Schöttke stellte im Literaturhaus seinen neuen Roman vor

Von Jörg Meyer

Kiel. „Ich hatte schon früh das Gefühl, anders zu sein als andere Mädchen.“ Mit diesem schlichten, aber doch schon das Wesentliche benennenden Satz der Ich-Erzählerin Bianca eröffnet Henning Schöttke seinen neuen Roman „Superbias Lied“ und auch die Lesung daraus im ausverkauften Literaturhaus.

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Ein einig Volk von Künstlern

Fabio Ceresa präsentiert an der Kieler Oper eine ehrgeizige Konzeption von Rossinis „Guillaume Tell“

Von Christoph Munk

Kiel. Die Wiederkehr der Freiheit feiern die Menschen aus Unterwalden, Uri und der Schwyz im großen Schlusschor. Und Jemmy, der Sohn des Titelhelden, darf dazu mit breitem Bogenstrich das Violoncello spielen. Mit diesem Bild sagt Regisseur Fabio Ceresa überdeutlich was ihm als Hauptmotiv von Gioachino Rossinis Grand Opéra „Guillaume Tell“ im Sinne steht: Freiheit heißt bei ihm die Freiheit zur Ausübung der Kunst, denn mit ihr gewinnt ein Volk seine Identität. In dieser Überzeugung bedient sich der italienische Gastregisseur mit großer Geste aller Mittel, die an der Kieler Oper zu Gebote stehen – und erntet dankbaren Premierenapplaus.

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