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Eine Werbung für den Werbefilm

Lars Büchel präsentierte im Rahmen der Reihe FilmFörde eine Auswahl seines Werbefilmschaffens

Von Helmut Schulzeck

Kiel. Wer einmal Lars Büchel am Drehort erlebt hat, der wird sich sicherlich daran erinnern, mit welcher fast spielerischen Eindringlichkeit und gelassenen Bestimmtheit der Kieler Regisseur mit seinen Schauspielern und seinem Team hinter der Kamera zu kommunizieren und zu arbeiten pflegt. Hinzu kommen nicht selten fantasievolle bzw. „ein-falls-reiche“ Originalität, die sich in einer adäquaten Umsetzung von urigen oder schrägen Geschichten niederschlägt, und ein listiger, aber nicht zurückhaltender Humor, der in seiner anarchischen Konsequenz zum Wohle einer gefeierten Komik sich nicht scheut, auch die Grenzen zum ausgelassenen Klamauk zu überschreiten, wenn es denn sein muss – und es muss bisweilen sein.

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Prozession des Lebens

Kai Zimmers Dokumentarfilm „Ritual“ feiert Kiel-Premiere

Von Jörg Meyer

Kiel. Alle sieben Jahre im August ist die nördlich von Neapel gelegene Kleinstadt Guardia Sanframondi für eine Woche im Ausnahmezustand. Unter Beteiligung eines Großteils der 5.000 Einwohner werden in einer Prozession biblische Szenen aus Altem und Neuem Testament sowie Märtyrergeschichten unter großem Aufwand von Kostümen und Requisiten als lebendige Standbilder nachgestellt. Dieses archaisch anmutende Ereignis dokumentiert Kai Zimmer in seinem 69-minütigen Film „Ritual“.

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Tricksen, Tarnen, Täuschen

Mit Risiko zum Leerlauf: Olaf Strieb inszeniert im Kieler Opernhaus „Die Fledermaus“ von Johann Strauß

Von Christoph Munk

Kiel. Reinfeiern, Feiern, Rausfeiern. Nach so einem Dreiertakt ausgelassener Festivitäten lässt sich auch „Die Fledermaus“, die grandiose Operette von Johann Strauß, zelebrieren. Das kann dank musikalischer Opulenz und szenischem Glanz gelingen. Für das eine sorgt in der Kieler Neuproduktion Daniel Carlberg mit dem Philharmonischen Orchester und dem Opernchor, für das andere sind Regisseur Olaf Strieb und sein Ausstatter Heiko Mönnich zuständig, die mit ein paar Novitäten überraschten und doch dem überwiegenden Teil des Premierenpublikums jubelnden Applaus entlockten.

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Präzis erinnert, frei erfunden

Hannes Hansen stellt im Literaturhaus Schleswig-Holstein seinen Roman „Jenes volle satte Gelb” vor

Von Christoph Munk

Kiel. Der Buchtitel ist trügerisch: „Jenes volle satte Gelb“ scheint auf eine Stadt hinzuweisen, für die diese Farbe kennzeichnend ist. Doch der Autor wendet ein, der Ortsname werde in seinem Roman niemals genannt. Richtig. Aber als er ihn jetzt im Kieler Literaturhaus vorstellte, wissen viele seiner Zuhörer, dass Hannes Hansens literarische Reise zwar in die eigene Geburtsstadt, aber nicht vollständig in die eigene Vergangenheit führt: Es geht zwar unübersehbar um Potsdam, aber aufgedeckt werden allenfalls ein paar Brocken Lebenserinnerung des Autors.

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Machtspiel auf der Kippe

Jule Gröning inszeniert im Kieler Schauspiel-Studio David Mamets „Oleanna”

Von Christoph Munk

Kiel. Man braucht die aktuell aufgeladene #meetoo-Debatte nicht, um die Brisanz von David Mamets „Oleanna“ zu begreifen. Der schon 1992 uraufgeführte Bühnen-Dialog zwischen einem Professor und seiner Studentin funktioniert als Machtspiel auf akademischen Gelände – mit unerwartetem Ergebnis. Das führt die junge Regisseurin Jule Gröning mit einer konzentrierten Inszenierung im Studio des Kieler Schauspiels vor und sichert sich damit zustimmenden Premierenbeifall.

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Kein Betroffenheitsdrama

Michael Wallner inszeniert Wajdi Mouawads „Vögel“ am Kieler Schauspielhaus

Von Hannes Hansen

Kiel. Die Akteure werden aus der Balance geraten, sie werden straucheln und stürzen, körperlich wie seelisch. Denn Till Kuhnerts Schauplatz für Michael Wallners Inszenierung von Majdi Mouawads Erfolgsstück „Vögel“, das in dieser Saison allein an sechzehn deutschen Bühnen gespielt wird, setzt von Beginn an ein sinnfälliges Zeichen.

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Kopf über Herz

Der griechische Operndesigner Paris Mexis unterwirft Donizettis „Lucia di Lammermoor” einem strengen Konzept

Von Christoph Munk

Kiel. Ursprünglich entspringt die Tragödie einer jungen, um ihre Liebe betrogenen Frau dem ritter-romantisch wilden Schauerroman des Schotten Walter Scott. Der Italiener Gaetano Donizetti verwandelte den Stoff in das melodienselige, herzzerreißende  Belcanto-Spektakel „Lucia di Lammermoor“, dem nun der griechische Theater-Designer Paris Mexis im Auftrag des Kieler Musiktheaters ein kühl kalkuliertes Konzept verordnet, ein Planspiel, in dem immense Gefühle schematisch in Farben und Formen aufgelöst werden.

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Schokopudding, Ananas und die Liebe

Zum zweiten Mal fantasiereiches Kopf-Kino beim Drehbuchpreis Schleswig-Holstein

Von Jörg Meyer

Kiel. Und ewig grüßt nicht das Murmeltier, sondern der Schokopudding: „12 Uhr 30. Küche. Innensicht aus dem Kühlschrank. Thomas öffnet ihn. Vor ihm ein Schoko-Sahne-Pudding …“ Im steten Rhythmus der Arbeitstage wiederkehrende Regieanweisung aus „Einer für zwei“ von Chantelle Bissinger, eines von vier Kurzfilmdrehbüchern, nominiert für den Drehbuchpreis Schleswig-Holstein 2019.

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Der Sieg der Phantasie über die Realität

Christoph Munk inszeniert am Theater Die Komödianten die Geschichten um den Lügenbaron Münchhausen als Gerichtsfarce

Von Hannes Hansen

Kiel. Nein, nein, nein, ein Lügenbaron will er nicht sein, dieser Karl Friedrich Hieronymus von Münchhausen. Lügen habe er nie erzählt, behauptet er, bestenfalls ein paar Schnurren im Kreise seiner Freunde bei einem Glas Rotwein am heimatlichen Kamin seines Schlosses im braunschweigischen Bodenwerder. Und weil er um seinen guten Ruf  besorgt ist, lässt er nun, über zweihundert Jahre nach seinem Tod im Theater „Die Komödianten“ Klage vor Gericht erheben.

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Liebesgrüße an die gelbe Stadt

Hannes Hansen schildert in seinem neuen Roman das Potsdam der Wendezeit

Von Kai U. Jürgens

„Er wird sich schon wieder melden.“ Dies geht Silvia durch den Kopf, als ihr mit Antiquitäten handelnder Mann Georg nach einer Messefahrt in den frühen 1990er Jahren nicht nach Hause kommt. Doch Georgs Verschwinden hat tiefere Beweggründe; er fühlt einen unbestimmbaren Verlust, der keinen Aufschub duldet. Also kehrt er als knapp Fünfzigjähriger in seine Heimatstadt Potsdam zurück – mit unabsehbaren Konsequenzen …

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