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Kino

Zwischen Flucht und Ankommen

Hille Nordens Dokumentarfilm „Khello Brüder“ feiert Vorpremiere

Von Jörg Meyer

Kiel. Nach ihrem Spielfilmdebüt „Jola“ geht die junge, bis vor kurzem Kieler Filmemacherin Hille Norden neue Wege. Mit „Khello Brüder“ legt sie einen Dokumentarfilm vor, der zwei recht unterschiedliche Brüder aus Aleppo porträtiert: Der eine, Tarek, Journalist, der in Deutschland bald Fuß fasst, der andere, Zakwan Khello, Maler, der es nach den Traumata der Flucht und des Verlusts fast seines gesamten Werks mit der Integration weit schwerer hat.

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Der Humor im Horror

Kurzfilm des Kieler Schülers Niklas Kielmann gewann Deutschen Jugendfilmpreis

Von Jörg Meyer

Kiel. Manchmal steht eine Location am Anfang einer Kurzfilmidee. Für „Sommerhaus“ des 18-jährigen Kieler RBZ-Schülers Niklas Kielmann und sein hier zweiköpfiges Team war es ein Ferienhaus in Heidkate, dessen Veranda nicht nur Niklas an das Motel in Hitchcocks „Psycho“ erinnerte. Es passte nicht ganz zu der ersten Filmidee, die er im Kopf hatte, daher schrieb er in zwei Tagen flink ein neues Drehbuch, der Film wurde in nur drei Tagen gedreht und gewann Ende Juni den mit 1.000 Euro dotierten Deutschen Jugendfilmpreis in der Altersgruppe der 16- bis 20-Jährigen.

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Steiler Aufstieg, tiefer Fall

Doku von Karl Siebig und Bernd Soffner porträtiert den Ex-Schlagerstar Ulli Martin

Von Jörg Meyer

Kiel. „Ich wurde zum Superstar befördert“, erinnert sich Ulli Martin (bürgerlich: Hans Ulrich Wiese), der mit „Monika“ und „Ich träume mit offenen Augen von dir“ in den 70er Jahren zwei Top-Ten-Hits landete. Doch der Stern des von Leo Leandros entdeckten und später von Ralph Siegel gemanageten Sängers, der vorher eine Schauspiel- und Gesangsausbildung genossen hatte, fiel so schnell, wie er aufgestiegen war. Heute kennt ihn kaum noch jemand. Er lebt nach Depressionen und Alkoholsucht in einem Pflegeheim in Bad Bramstedt. Der Kieler Filmemacher Karl Siebig und Bernd Soffner porträtieren ihn in der 70-minütigen Doku „Ulli Martin – Was vorher war, das zählt nicht mehr“, die am 17. Mai im Kieler Traumkino uraufgeführt wird.

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8mm-Geschichtsbilder aus einer eingemauerten Stadt

„Bis an die Grenze“ (Claus Oppermann und Gerald Grote, D 2011)

Von Helmut Schulzeck

Der optimistisch ankündigende Tenor zu Beginn von Christopher Evans Ironsides Filmmusik könnte suggerieren, dass die Menschen in Deutschland nach dem 8. Mai 1945 auf eine Zukunft hoffen konnten, in der noch alles möglich wäre. Und das Filmbild zeigt zwar Wachsoldaten, aber das Brandenburger Tor ist noch offen, und spärlicher Verkehr fließt zaghaft hindurch. Dass sich die Hoffnung bekanntlich für die damalige so genannte „sowjetisch besetzte Zone“ und Berlin so nicht einlöste, wird auch schon im Prolog von Claus Oppermanns und Gerald Grotes Film „Bis an die Grenze“ deutlich.

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Geschichten über Kriegskinder und ihre Eltern

22. Filmfest Schleswig-Holstein 2018: Moritz Boll gewann mit „Abgetaucht“ den Kurzfilmpreis

Von Jörg Meyer

Kiel. Der Kieler Jungfilmemacher Moritz Boll läuft einem beim Filmfest SH dauernd über den Weg, sei es als einer der Moderatoren der das Filmfest in Interviews mit fast allen Filmemachern begleitenden Filmkultur Lounge oder mit gleich zwei Kurzfilmen über nicht ganz leichte Eltern-Kind-Beziehungen. Für „Abgetaucht“, der bereits beim Mitteldeutschen Filmfest „Kurzsüchtig“ in Leipzig den Publikumspreis gewann, verlieh ihm die Jury den von der PSD-Bank gestifteten und mit 2.000 Euro dotierten Kurzfilmpreis.

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Filmkultur Lounge mit Live-Streaming überzeugt

Von Helmut Schulzeck

Frankfurt/Hamburg/Kiel. Ich saß im Intercity von Frankfurt nach Hamburg am Freitagabend, konnte nicht dabei sein beim ersten Tag des Filmfests Schleswig-Holstein. Dennoch hatte ich irgendwie das Gefühl, nahe am Geschehen dran zu sein. Und das lag an den Live-Streamings der Filmkultur Lounge auf Facebook (die man sich jetzt auch als Aufzeichnungen immer noch anschauen kann).

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Der Mythos des Sisyphos

„Following Habeck“ (Malte Blockhaus, D 2018) läuft beim Filmfest SH

Von Daniel Krönke

Kiel. Man muss sich Robert Habeck als glücklichen Berufspolitiker vorstellen: Gleich dem mythischen Sisyphos, der immer den selben Felsen den Berg hinaufrollte, nur damit der auf der anderen Seite wieder herunterpolterte, so schleppt der Landespolitiker seine Aktentasche oder sein Backpack und manchmal auch nur sich selbst plus Handy die Treppen der Ministerien hinauf, die Flure entlang, durch Bahnhöfe und Straßen, über Wiesen und durch Parteitagshallen. Auch wenn sein „Felsen der politischen Agenda“ die andere Seite des Berges hinunterrollt, Habeck wird nicht still stehen. Nicht so schnell jedenfalls. Der Sinn liegt im Weitermachen.

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Filmfest SH: Filmkultur in der Lounge

Kiel. Am 20. Und 21. April 2018 findet das Filmfest Schleswig-Holstein im Kino in der Pumpe in Kiel statt. In acht Programmblöcken zeigt das Festival einen Querschnitt durch das kulturelle Filmschaffen im Land. Veranstaltet wird das Festival von der Filmwerkstatt Kiel (der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein), dem Kino in der Pumpe und Filmkultur SH e.V.

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Monchi schwitzt gegen die „Säue“

Charly Hübners erste Regiearbeit „Wildes Herz“ feierte Kiel-Preview im Studio Filmtheater

Von Jörg Meyer

Kiel. Jan „Monchi“ Golkow schwitzt „wie Sau“. Der Sänger der Punkband Feine Sahne Fischfilet ist im Tonstudio: Eingangsszene der Doku „Wildes Herz“, bei der Schauspiel-Star Charly Hübner und Sebastian Schultz Regie führten und die der aus Meldorf stammende Regisseur Lars Jessen produzierte. Im ausverkauften Studio Filmtheater am Dreiecksplatz feierte der unter anderem von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein geförderte und vom NDR koproduzierte Dokumentarfilm kurz vorm Kinostart am kommenden Donnerstag seine Kiel-Preview. Lars Jessen und die Feine-Sahne-Bandmitglieder Christoph Sell und Jacobus North standen im vom Kieler Filmemacher Helmut Schulzeck moderierten Filmgespräch Rede und Antwort.

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Aufrichtig und couragiert

Der Dokumentarfilm „Wildes Herz“ von Charly Hübner und Sebastian Schultz wird in einer Kiel-Preview gezeigt

Von Helmut Schulzeck

„Wildes Herz“ ist schon mal ein vielversprechender Titel für einen Dokumentarfilm über einen beliebten Punkmusiker und überzeugten Streiter gegen dem Rechtsradikalismus vor allem in Ostdeutschland. Der „Filmheld“ Jan Gorkow, überall nur freundschaftlich „Monchi“ genannt, propagiert mit temperamentvoller Zivilcourage und frecher Zunge sein Anliegen auch dort, wo es nicht gerne gehört wird und er leicht Schwierigkeiten bekommen könnte. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, überzeugt durch Unverstelltheit wie auch „Wildes Herz“ von Meck-Pomm-Schauspieler-Idol Charly Hübner und Sebastian Schultz.

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