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Musiktheater

Pflichtübung in Sachen Horrortrip

Szenisch harmlos, musikalisch munter: Stephen Sondheims Musical „Sweeney Todd” im Kieler Opernhaus

Von Christoph Munk

Kiel. Er betrieb sein Geschäft blutig, brutal und mit tödlicher Konsequenz. So wurde aus einem selbstgerechten Rächer eine Legendenfigur und der Titelheld eines Musical-Thrillers von Stephen Sondheim: „Sweeney Todd – Der Teufelsbarbier von der Fleet Street“. 40 Jahre nach seiner Uraufführung am Broadway geht das Werk jetzt als eine gemütlich gruselige Schauergeschichte in der Inszenierung von Ricarda Regina Ludigkeit über die Bühne des Kieler Opernhauses.

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Gypsy Swing gegooglet

Das musikalische Schauspiel „Mythos Django Reinhardt“ geriet im Rendsburger Stadttheater zum bloßen klingenden Bilderbogen

Von Jörg Meyer

Rendsburg. Da steht er buchstäblich oben auf dem Jazz-Olymp: Django Reinhardt. Das Quintett wie einst in den Pariser Hot Clubs der 30er und 40er Jahre spielt die Musik, die er begründete, den Gypsy Swing. Ein theatralischer Moment, fast der einzige in Peter Baumanns als „musikalisches Schauspiel” tituliertem „Mythos Django Reinhardt – Oder: Der Mann, der um sein Leben spielte“.

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Tanz der Dampfnudeln um den weiblichen Rollmops

Üppig lustig, musikalisch brillant:  Rossinis „Il Barbiere di Seviglia” als Comic im Kieler Opernhaus

Von Christoph Munk

Kiel. Kann man Gioachino Rossinis heiterste „opera buffa“ über das unbeschwerte szenische Spiel hinaus noch komischer machen? Man kann. Zumindest nach der Auffassung des Filmanimateurs Joshua Held und des Regisseurs Pier Francesco Maestrini. Sie lassen in ihrer Inszenierung der Musik-Komödie „Il Barbiere di Seviglia“ belebte Comic-Figuren in munterem Miteinander lustig auf Leinwand und Bühne los. Die größte Lust an dieser hoch bejubelten Produktion aber bereitet Kiels Erster Kapellmeister Daniel Carlberg, der das Sängerensemble und das Philharmonische Orchester zu einer brillanten musikalischen Höchstleistung animiert.

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Die Revolution lässt noch auf sich warten

Liebeswirren in Zeiten des Matrosenaufstandes: Uraufführung der Oper „Falscher Verrat” im Kieler Musiktheater

Von Christoph Munk

Kiel.Zwei Ideen sollten zusamenwachsen: Die Anstrengung, den Kieler Matrosenaufstand von 1918 zum 100. Jahrestag am Ort des Geschehens umfassend zu würdigen, und der Wille des Theaters, sich daran angemessen feierlich zu beteiligen. Das Ergebnis: „Falscher Verrat“, ein aufwendiges Opus des italienischen Komponisten Marco Tutino, das mit den historischen Fakten großzügig hantiert und gleichzeitig vertraute Muster der Oper effektvoll nutzt. Die Uraufführung wurde vor fast ausverkauftem Haus entsprechend respektvoll bejubelt.

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Eine Frage der Ideale

Premiere der Musical-Academy Schleswig-Holstein im Landtag

Von Jörg Meyer

Kiel. Soll sie oder soll sie nicht?, fragt sich die frisch gekürte Kanzlerkandidatin Rena Wiechmann in „Vertrauensfrage“, einem „Political“ (Polit-Musical), mit dem die am Rendsburger Nordkolleg neu gegründete Musical-Academy Schleswig-Holstein („MASH!“) im mal ganz anders als sonst voll besetzten Landtag eine dreifache Premiere feierte.

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Große Gesten mit List und Lust

Imposantes Format: Die Opern-Einakter „Cavalleria rusticana” und „Der Bajazzo” zur Saisoneröffnung des Kieler Musiktheaters

Von Christoph Munk

Kiel. Szenische Feuerwerke, musikalische Feste: Die Kieler Oper beginnt ihre Spielzeit mit einer grandiosen Doppelpremiere. Denn der italienische Regisseur Fabio Ceresa treibt die beiden Einakter „Cavalleria rusticana“ von Petro Mascagni und Ruggero Leoncavallos „Der Bajazzo“ ins bombastische Format. Und Generalmusikdirektor Georg Fritzsch am Pult vollendet mit dem Philharmonischen Orchester und den Chören des Hauses die Aufführung zum imposanten Gesamtkunstwerk.

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It’s Shakespeare’s Showtime

Unzerstörbar: Die Komödie „Was ihr wollt” als Musical Open Air auf dem Kieler MFG-5-Gelände

Von Christoph Munk

Kiel. Als schließlich der Vollmond hoch und bleich über die Förde stieg, wurde klar: Auch er schien präpariert für dieses Großereignis da unten auf dem ehemaligen Helikopter-Landeplatz gleich hinter Holtenau. Raffiniertes Happy End, tobende Schlussbilder, launiger Kehraus, grelles Feuerwerk – alles nicht genug. Der Himmelskörper setzte den finalen Effekt hinter ein Event: Unter dem Markennamen „sommertheaterKIEL“ wurde Open Air die Uraufführung eines Musicals gefeiert, zu dem der Theaterpoet William Shakespeare vor über 400 Jahren mit seiner Komödie „Was ihr wollt“ das unzerstörbare Material lieferte.

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Venus und der Clan der Venezianer

Die Kieler Oper präsentiert einen lange vergessenen Schatz des Barock: „La Divisione del Mondo”

Von Christoph Munk

Kiel. Es gehört zu den Rätseln der Musikgeschichte, dass die Oper „La Divisione del Mondo“ von Giovanni Legrenzi nach dem Libretto von Cesare Conradi seit ihrer Uraufführung 1645 in den Archiven des venezianischen Barock schlummerte – mehr als 300 Jahre lang. Jetzt können der Dirigent und Barockspezialist Alessandro Quarto und der Regisseur Ulrich Waller am Kieler Musiktheater demonstrieren, welch feiner Schatz von parodistischer Unterhaltungsqualität hier zu entdecken ist – und bei der Premiere gefeiert wurde.

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Seelengemälde bewegten Stillstands

Opern-Raritäten von Rachmaninow im überzeugenden Doppelpack an der Kieler Oper

Von Jörg Meyer

Kiel. „Es gibt kein größeres Leid, als sich im Unglück an vergangenes Glück zu erinnern“, wusste Dante Alighieri, als er in seiner „Göttlichen Komödie“ die vielfachen Kreise der Hölle abschritt. In Sergej Rachmaninows Einakter „Francesca da Rimini“ wird ebenso wie in seinem Frühwerk „Aleko“ erzählt, wie Eifersucht die Seligkeit der Liebe in ewige Höllenqualen verwandelt. Es ist daher einleuchtend und schlüssig, dass Regisseurin Valentina Carrasco an der Kieler Oper beide selten gespielten Einakter zusammenführt: „Aleko“ im Zentrum, umrahmt von Prolog und Epilog aus „Francesca da Rimini“.

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Liebe Gewohnheiten, spannende Entdeckungen

Zwischen Tradition und Novitäten: Daniel Karasek und sein Team stellen den Spielplan des Kieler Theaters 2018/2019 vor

Von Christoph Munk

Kiel. Der Tradition verpflichtet und doch den Blick auf die Gegenwart gerichtet. Nach dieser Maxime hat Kiels Generalintendant Daniel Karasek zusammen mit seinen Dramaturgen offenbar den Spielplan für die Theatersaison 2018/2019 ausgerichtet. In der Oper reicht das zeitliche Spektrum vom Barock bis zur Uraufführung eines Auftragswerks. Im Schauspiel wird der Gegenwartsdramatik eine gehörige Aufmerksamkeit gewidmet.

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