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Oper

Der verzagte Andenkenverwalter

Szenisch nüchtern, musikalisch opulent: Korngolds Geniestreich „Die tote Stadt” im Kieler Opernhaus

Von Christoph Munk

Kiel. Ein Opernerlebnis der krassen Gegensätze: Unten im Orchestergraben entfacht Generalmusikdirektor Benjamin Reiners mit den Kieler Philharmonikern einen  wuchtigen Orkan der Gefühle. Oben auf der Bühne weht unter der Anleitung der jungen Gastregisseurin Luise Kautz eine bescheidene Böe durch den bürgerlichen Alltag. Erich Wolfgang Korngolds „Die tote Stadt“, der frühreif aufgewühlte Geniestreich eines eben über 20-Jährigen, zeigt sich mit Sängerdarstellern bestückt, die bei hoch anständigen Gesangsleistungen in musterhaften Figuren feststecken.

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Die große Jeder kann mitmachen-Show

„sommeroperKIEL”: Giuseppe Verdis Spätwerk „Aida” als tolles Betriebsfest der Firma Karasek”

Von Christoph Munk

Kiel. „Moin Aida“ – das Werbebanner am Zaun bringt es auf den Punkt: Auf dem  Rathausplatz wird unter dem Label „sommertheaterKIEL“ eine Verdi-Oper salopp vermarktet und solide ausgeführt. Da weiß man was man kriegt: die populäre  Geschichte von einer tragischen Liebe im Schatten des Krieges, erzählt in bunten Bildern und aufwendigen Aktionen, unter massivem Personaleinsatz einschließlich erstklassiger Solisten und unterfüttert mit süffiger, wohlig schwelgender oder dramatisch ausbrechender Musik. Kann man von einem Open Air Event mehr erwarten?

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In den Netzen der schwarzen Dämonen

Aubers Grand Opéra „La muette de Portici“ in einer ehrgeizigen  politischen Deutung im Kieler Musiktheater

Von Christoph Munk

Kiel. Alles muss monumental erscheinen, aufwendig und effektvoll. Dann sind die Anforderungen der Gattung „Grand Opéra“ erfüllt. Insofern genügt die Produktion von Daniel François Esprit Aubers „La Muette de Portici“ am Kieler Musiktheater den Ansprüchen. Und die Inszenierung von Valentina Carrasco setzt darauf zusätzlich eine politisch aktualisierte Interpretation des Revolutions-Themas, die trotz gewisser Verzerrungen anerkennenden Premierenbeifall erzielt.

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Wenn der Kindersegen ausbleibt

Szenisch geordnet, musikalisch ausgereift: „Die Frau ohne Schatten” von Richard Strauss in der Kieler Oper

Von Christoph Munk

Kiel. Einen „gewaltigen Menschheitsentwurf“ nennt die Sängerin  und Regisseurin Brigitte Fassbaender „Die Frau ohne Schatten“ aus dem Jahre 1919. Mit der konzeptionellen Entscheidung, ihre Kieler Inszenierung in der Entstehungszeit anzusiedeln, gibt die Sängerin und Regisseurin auch ein politisches Statement ab, das allerdings in zeitloser Gültigkeit vom  übermächtigen Reichtum der Musik unter dem Dirigat von Generalmusikdirektor Georg Fritzsch überwölbt wird.

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Tanz der Dampfnudeln um den weiblichen Rollmops

Üppig lustig, musikalisch brillant:  Rossinis „Il Barbiere di Seviglia” als Comic im Kieler Opernhaus

Von Christoph Munk

Kiel. Kann man Gioachino Rossinis heiterste „opera buffa“ über das unbeschwerte szenische Spiel hinaus noch komischer machen? Man kann. Zumindest nach der Auffassung des Filmanimateurs Joshua Held und des Regisseurs Pier Francesco Maestrini. Sie lassen in ihrer Inszenierung der Musik-Komödie „Il Barbiere di Seviglia“ belebte Comic-Figuren in munterem Miteinander lustig auf Leinwand und Bühne los. Die größte Lust an dieser hoch bejubelten Produktion aber bereitet Kiels Erster Kapellmeister Daniel Carlberg, der das Sängerensemble und das Philharmonische Orchester zu einer brillanten musikalischen Höchstleistung animiert.

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Die Revolution lässt noch auf sich warten

Liebeswirren in Zeiten des Matrosenaufstandes: Uraufführung der Oper „Falscher Verrat” im Kieler Musiktheater

Von Christoph Munk

Kiel.Zwei Ideen sollten zusamenwachsen: Die Anstrengung, den Kieler Matrosenaufstand von 1918 zum 100. Jahrestag am Ort des Geschehens umfassend zu würdigen, und der Wille des Theaters, sich daran angemessen feierlich zu beteiligen. Das Ergebnis: „Falscher Verrat“, ein aufwendiges Opus des italienischen Komponisten Marco Tutino, das mit den historischen Fakten großzügig hantiert und gleichzeitig vertraute Muster der Oper effektvoll nutzt. Die Uraufführung wurde vor fast ausverkauftem Haus entsprechend respektvoll bejubelt.

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Große Gesten mit List und Lust

Imposantes Format: Die Opern-Einakter „Cavalleria rusticana” und „Der Bajazzo” zur Saisoneröffnung des Kieler Musiktheaters

Von Christoph Munk

Kiel. Szenische Feuerwerke, musikalische Feste: Die Kieler Oper beginnt ihre Spielzeit mit einer grandiosen Doppelpremiere. Denn der italienische Regisseur Fabio Ceresa treibt die beiden Einakter „Cavalleria rusticana“ von Petro Mascagni und Ruggero Leoncavallos „Der Bajazzo“ ins bombastische Format. Und Generalmusikdirektor Georg Fritzsch am Pult vollendet mit dem Philharmonischen Orchester und den Chören des Hauses die Aufführung zum imposanten Gesamtkunstwerk.

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Venus und der Clan der Venezianer

Die Kieler Oper präsentiert einen lange vergessenen Schatz des Barock: „La Divisione del Mondo”

Von Christoph Munk

Kiel. Es gehört zu den Rätseln der Musikgeschichte, dass die Oper „La Divisione del Mondo“ von Giovanni Legrenzi nach dem Libretto von Cesare Conradi seit ihrer Uraufführung 1645 in den Archiven des venezianischen Barock schlummerte – mehr als 300 Jahre lang. Jetzt können der Dirigent und Barockspezialist Alessandro Quarto und der Regisseur Ulrich Waller am Kieler Musiktheater demonstrieren, welch feiner Schatz von parodistischer Unterhaltungsqualität hier zu entdecken ist – und bei der Premiere gefeiert wurde.

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Seelengemälde bewegten Stillstands

Opern-Raritäten von Rachmaninow im überzeugenden Doppelpack an der Kieler Oper

Von Jörg Meyer

Kiel. „Es gibt kein größeres Leid, als sich im Unglück an vergangenes Glück zu erinnern“, wusste Dante Alighieri, als er in seiner „Göttlichen Komödie“ die vielfachen Kreise der Hölle abschritt. In Sergej Rachmaninows Einakter „Francesca da Rimini“ wird ebenso wie in seinem Frühwerk „Aleko“ erzählt, wie Eifersucht die Seligkeit der Liebe in ewige Höllenqualen verwandelt. Es ist daher einleuchtend und schlüssig, dass Regisseurin Valentina Carrasco an der Kieler Oper beide selten gespielten Einakter zusammenführt: „Aleko“ im Zentrum, umrahmt von Prolog und Epilog aus „Francesca da Rimini“.

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Liebe Gewohnheiten, spannende Entdeckungen

Zwischen Tradition und Novitäten: Daniel Karasek und sein Team stellen den Spielplan des Kieler Theaters 2018/2019 vor

Von Christoph Munk

Kiel. Der Tradition verpflichtet und doch den Blick auf die Gegenwart gerichtet. Nach dieser Maxime hat Kiels Generalintendant Daniel Karasek zusammen mit seinen Dramaturgen offenbar den Spielplan für die Theatersaison 2018/2019 ausgerichtet. In der Oper reicht das zeitliche Spektrum vom Barock bis zur Uraufführung eines Auftragswerks. Im Schauspiel wird der Gegenwartsdramatik eine gehörige Aufmerksamkeit gewidmet.

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