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Schauspiel

Sechs Frauen und eine beeindruckende Leistung

Am Polnischen Theater überzeugt Debütantin in Mehrfachrolle als Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs

Von Hannes Hansen

Kiel. Ohne Zweifel, es ist eine beeindruckenden Leistung, die Oleksandra Polska auf der von Tadeusz Galia sinnreich multifunktionell eingerichteten Bühne des Polnischen Theaters abliefert. In Joanna Murray-Smiths Stück „Granaten“ reüssiert die Debütantin, die erst vor wenigen Wochen ihre Zwischenprüfung an der Kieler Schule für Schauspiel mit Bravour bestanden hat, in gleich sechs Rollen als eben jene namengebenden Granaten, die jeder Zeit explodieren können, als Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs.

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Zusammenspiel über Sprachgrenzen hinweg

Der russische Regisseur Artjom Terjochin freut sich auf die Theaterpartnerschaft zwischen Tilsit und Kiel

Von Christoph Munk

Kiel. Kann man Schauspieler mit russischer Tradition und Ausbildung zusammen mit deutschen Akteuren in einem Theaterstück auf die Bühne bringen? Trotz der sprachlichen Gegensätze? Man kann, meint der russische Regisseur Artjom Terjochin. Er ist nach Kiel gekommen, um konkrete Details zur Realisierung der Partnerschaft zu besprechen, die die Kieler Komödianten mit dem Theater Tilsit in Sovetsk im Oktober beschlossen haben.

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Abenteuerreise durch einen Zauberwald

Sehr frei nach den Gebrüdern Grimm: „Hänsel und Gretel“ als Märchenspiel im Kieler Opernhaus

Von Christoph Munk

Kiel. Der Weg durch den finsteren Wald ist weit und gefährlich für die beiden Geschwister in dem Märchen „Hänsel und Gretel“. Aber auf der Bühne des Kieler Opernhauses ist er noch viel länger, aber auch unterhaltsamer und abenteuerlicher als in der schlichten Vorlage, die die Gebrüder Grimm einst niederschrieben. Denn Annika Hartmann und Jens Paulsen lassen in ihrer Bearbeitung für die Kieler Bühnen ihren von vielerlei Motiven genährten Einfällen freien Lauf.

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Geschmeidiger Zyniker, blutiger Gewaltmensch und Nervenbündel

Daniel Karasek inszeniert Shakespeares „Richard III.“ am Kieler Schauspielhaus

Von Hannes Hansen

Kiel. Ein kahler, kalter Raum, in den fallweise Requisiten wie Sessel, ein Tisch, ein Sarg gestellt werden. Hohe, in unheilvollem Grau gehaltene, flatternde Vorhänge, die sich bei Bedarf öffnen und den Blick auf ein Baugerüst, eine höher gelegen Ebene als zweite Spielstätte freigeben, als hätte Lars Peter Shakespeares Globe-Theatre ins Kieler Schauspielhaus transferiert. Auf seiner Multifunktionsbühne für Daniel Karaseks Inszenierung von Shakespeares „Richard III.“ am Kieler Schauspielhaus schwingt sich behende eine bucklige, verkrüppelte Gestalt, der Herzog Richard von Gloucester, der gleich bei seinem ersten Auftritt, dem großen Anfangsmonolog, klarstellt, worum es ihm geht: um die Macht.

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Prinz in der Kirche – König auf der Kanzel

Die Kieler Komödianten spielen ihre Version von St. Exupérys „Der Kleine Prinz“ in St. Nikolai

Von Christoph Munk

Kiel. „Manchmal bewirken auch die vielen Baustellen in Kiel etwas Gutes“, stellt Pastor Matthias Wünsche fest. Damit spielt er darauf an, dass wegen der Sanierung des Rathausturmes in diesem Sommer das Kieler Theater „Die Komödianten“ seine Freilicht-Version von Antoine de St. Exupérys „Der Kleine Prinz“ im Innenhof des Rathauses ausfallen lassen musste. Daraus könnte sich eine gute Gelegenheit ergeben, sagte sich der Pastor an St. Nikolai und bot Komödianten-Chef Markus Dentler an , im Rahmen seiner Reihe Offene Kirche mit seinem Theater in St- Nikolai am Alten Markt zu gastieren. Am Sonntag, 19. November, um 19 Uhr ist es so weit. Eine zweite Aufführung ist für Mittwoch, 29. November geplant.

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Ein Leben vor und hinter den Kulissen

Ein Urgestein des Schauspiels erzählt in einem Buch von seinen Erlebnissen nicht nur im Rampenlicht

Von Christoph Munk

Kiel. „Kein Theater! Kein Theater!“ nennt Kiels Kammerschauspieler Siegfried Kristen sein Erinnerungsbuch. Pure paradoxe Koketterie. Denn nichts war und ist dem Sigi wichtiger als Leben auf und hinter der Bühne – sein Leben lang, die meisten der 88 Jahre Jahre davon verbracht im Schauspielhaus oben an der Holtenauer Straße oder unten in der Oper und im Rathaus. Was von der flüchtigen Kunst Theater festzuhalten ist, hat Siegfried Kristen aus ganz persönlicher Sicht in ein Buch gebannt und dabei ein Stück Kieler Kulturgeschichte aufgeschrieben.

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Vom Spiel zum Stress, von Helfern zu Opfern

Kristin Trosits inszeniert Felicia Zellers „Kaspar Häuser Meer“ im Studio des Kieler Schauspiels

Von Christoph Munk

Kiel. Am Anfang, wenn sich die Bühnennebel im Studio des Kieler Schauspielhauses allmählich lichten, sieht alles noch recht leichtgängig aus: Drei Frauen nähern sich dem Publikum mit lockeren Grußbotschaften über die Rampe hinweg. Eher beiläufig befassen sie sich mit den Geräten, die auf einer Stufenlandschaft stehen. Nach und nach erst entwickelt sich aus ihrer heiter anmutender Tätigkeit ernsthafte Pflicht. Aus Spiel wird Stress. Und aus den formalisierten Texten von Felicia Zeller schält sich immer deutlicher ein brisantes Thema heraus: In „Kaspar Häuser Meer“ geht es um soziale Verelendung, um Kindesvernachlässigung, um Familienfürsorge, Schutz vor Misshandlungen. Und vor allem um die Folgen, die jene damit verbundenen Aufgaben bei den Mitarbeitern der Behörden anrichten.

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Ein zweifelnder bis zweifelhafter Reformator

Uraufführung des „Luther“-Stücks von Zaimoglu und Senkel im Kieler Schauspiel

Von Jörg Meyer

Kiel. Feridun Zaimoglu geht ein wenig die Muffe. „Ob sie uns wohl aus dem Haus jagen werden?“, mutmaßt er, vor dem ausverkauften Schauspielhaus zusammen mit Co-Autor Günter Senkel die letzte Zigarette vor der Uraufführung von „Luther“ rauchend. In solchem Zweifel sind die beiden einig mit ihrer Luther-Figur, die sie als verzweifelnden, wenn in seinen Ansichten über Obrigkeitshörigkeit und Hexenverfolgung nicht sogar als zweifelhaften Reformator zeichnen.

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Die verhängnisvolle Seite der Wahrheit

Katrin Lindner eröffnet die Spielzeit im Kieler Schauspiel mit Henrik Ibsens „Die Wildente“

Von Christoph Munk

Kiel. Imposant und sauber aus Holz gefügt ragt die weiße Fassade in den Himmel. Doch der großartige Bau, das Haus von Konsul Werle, dreht sich und zeigt seine dunkle, verworrene Seite. Dort haust die Familie Ekdal – in kleineren, höchstens auskömmlichen Verhältnissen. Die sozialen Kontraste also sind unübersehbar, aber Alexander Wolfs raffinierte Raumerfindung auf der Bühne des Kieler Schauspielhauses offenbart ebenso deutlich, wie untrennbar die Familien Werle und Ekdal in Henrik Ibsens Schauspiel „Die Wildente“ verbunden sind. Sie sind, so will es Katrin Lindners Inszenierung, in eine ausweglos tödliche Tragödie getrieben.

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Ein Mann redet sich heraus und dabei um Kopf und Kragen

Tilmann Ziemke inszeniert Vaclav Havels „Protest“ am Polnischen Theater

Von Hannes Hansen

Kiel. „Das Stück scheint veraltet“, sagt Tilman Ziemke. „Aber leider ist dem nicht so.“ Und deshalb beginnt seine Inszenierung von Vaclav Havels 1978 entstandenem Zwei-Personen-Stück „Protest“ am Polnischen Theater mit einem Videolaufband, das die politische Situation in der Tschechoslowakei jener Jahre erläutert. Ein ähnliches Laufband schlägt am Schluss die Brücke zur heutigen Türkei und endet mit der bangen Frage „Und Deutschland???“

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