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Schauspiel

Der Sieg der Phantasie über die Realität

Christoph Munk inszeniert am Theater Die Komödianten die Geschichten um den Lügenbaron Münchhausen als Gerichtsfarce

Von Hannes Hansen

Kiel. Nein, nein, nein, ein Lügenbaron will er nicht sein, dieser Karl Friedrich Hieronymus von Münchhausen. Lügen habe er nie erzählt, behauptet er, bestenfalls ein paar Schnurren im Kreise seiner Freunde bei einem Glas Rotwein am heimatlichen Kamin seines Schlosses im braunschweigischen Bodenwerder. Und weil er um seinen guten Ruf  besorgt ist, lässt er nun, über zweihundert Jahre nach seinem Tod im Theater „Die Komödianten“ Klage vor Gericht erheben.

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Auf der Suche nach Erlösung

Malte Kreutzfeldt inszeniert „Früchte des Zorns“ am Kieler Schauspiel

Von Hannes Hansen

Kiel. Kritik am Raubtierkapitalismus, ein apokalyptisches Armageddon, der Auszug der Kinder Israels aus Ägypten oder die Suche nach dem versprochenen Paradies? John Steinbecks „Früchte des Zorns“ ist, darüber sind sich die meisten Interpreten einig, wohl von allem etwas.

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Nix da mit Rettung

Annette Pullen inszeniert am Kieler Schauspiel Goethes „Faust“

Von Hannes Hansen

Kiel. Bekanntermaßen verkündet Mephisto am Ende von Goethes „Faust“ mit dem Spruch „Sie ist gerichtet“ das Urteil über die Kindsmörderin Gretchen. Dann aber interveniert eine „Stimme von oben“ (wohl der liebe Gott oder einer seiner Erzengel): „Ist gerettet.“

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Do It Yourself als Arbeitsanweisung

„Hammer”: Liederabend-Spezialist Franz Wittenbrink entwickelt mit dem Kieler Schauspiel-Ensemble einen bunten Abend

Von Christoph Munk

Kiel. Der Heimwerkermarkt – das ist des Bürgers Heimatland. Selbermachen ohne fachliche Ahnung. Da kann jeder seinem Sparzwang folgen und gleichzeitig das männliche Ego  bedienen. Dieser Spur folgt „Hammer“, der neue Liederabend des Genre-Spezialisten Franz Wittenbrink im Kieler Schauspielhaus. Unter seiner Regie durfte sich das Ensemble singend, spielend, improvisierend einbringen –  mit spürbarer Lust an Theaterhandwerkerei und zum sichtlichen Vergnügen des applausfreudigen Publikums nach der Uraufführung.

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Blättern im Album eines Familienlebens

Dariush Yazdkhasti präsentiert „Mary Page Marlowe – Eine Frau“ im Kieler Schauspiel

Von Christoph Munk

Kiel. „Ich hatte ein gutes Leben. Von den Sachen, die ich machen wollte, hab ich viel gemacht.“ Als Mary Page Marlowe in dieser Überzeugung spricht, ist sie 69 Jahre alt und bereit zu sterben. Doch das Ende ihres Lebens markiert nicht das Finale des Theaterstücks, das ihren Namen im Titel führt. Viel mehr platziert sein Autor, der Amerikaner Tracy Letts, die Erkenntnis ins Zentrum einer fiktiven Frauenbiografie, die auf der Bühne keiner Chronologie folgt und doch eine gewisse Logik erkennen lässt. Dariusch Yazdkhasti erzählt sie in seiner Inszenierung für das Kieler Schauspiel unangestrengt und doch voll konzentrierter Spannung.

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Sensibler Kraftprotz und gefesselter Prometheus

Daniel Karasek inszeniert Shakespeares „Hamlet” am Kieler Schauspielhaus

Von Hannes Hansen

Kiel. Der bekannte Wiener Theaterkritiker Alfred Polgar schrieb einmal nach einer Premiere: „Als ich um halb zehn auf die Uhr schaute, war es halb neun.“ Nun, mir ging es am Freitagabend im Kieler Schauspielhaus genau umgekehrt. Als ich um halb elf auf die Uhr schaute, war es halb zwölf. Daniel Karaseks Inszenierung des „Hamlet“ macht Tempo ohne Kurzatmigkeit und sorgt für eine Art geordneten Wirbel in einem Stück, das ja vor allem in den letzten beiden Akten nicht ganz frei von klamottigen Screwball-Elementen ist.

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Musikalischer Sturm auf die ganze Stadt

Mit neuem Generalmusikdirektor und voller Elan in die Spielzeit 2019/2020 des Kieler Theaters

Von Christoph Munk

Kiel. Voller Elan, Stolz, Einfallsreichtum und Schaffenskraft stürmt Benjamin Reiners, der neue Generalmusikdirektor des städtischen Kieler Theaters, mit den Plänen in seiner ersten Saison auf seine neue Wirkungsstätte zu. Es scheint,  als wolle er alle Altersgruppen und Orte musikalisch erobern und mit seinem Konzertprogramm umarmen.  Nicht zufällig überließ ihm darum Generalintendant Daniel Karasek bei der Vorstellung des Programms für die Spielzeit 2019/2020 die erste Position.

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Zwischen Wut, Verzweiflung und Selbsthass

Im Polnischen Theater ist Astrit Geci „Ein ganz gewöhnlicher Jude“

Von Hannes Hansen

Kiel. Der Journalist Emanuel Goldfarb ist außer sich vor Wut. Ein gutmeinender Lehrer hat an die jüdische Gemeinde in Hamburg einen Brief geschrieben, in dem er darum bittet, ihm „ein Mitglied Ihrer Religionsgemeinschaft“ zu vermitteln, der seinen Schülern erzählen kann, wie man sich als Jude in Deutschland so fühlt. Mitglied einer Religionsgemeinschaft, das ist, sagt Emanuel Goldfarb, verschwurbeltes Gequatsche. Er ist Jude, basta.

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Eine Ehe zwischen Durchgangsstraße und Rosengarten

Muster statt Raffinesse:  Harold Pinters Einakter „Der Liebhaber” im Kieler Schauspiel-Studio

Von Christoph Munk

Kiel. Was ist wahr, was nicht? Was existiert in Wirklichkeit, was scheint nur so. Der englische Dramatiker Harold Pinter hat sich mit Vorliebe solchen Fragen gewidmet. Und auf der Bühne könnte sich daraus ein reizvolles Vexierspiel ergeben. Davon lebt Pinters früher Einakter „Der Liebhaber“, den Kiels Generalintendant Daniel Karasek als kleine Theaterübung im Schauspielstudio inszeniert hat.

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Ein Heiliger im verkommenen Gelände

Theaterhandwerk mit Goldenem Boden: Victor Hugos „Die Elenden” für das Kieler Schauspiel dramatisiert

Von Christoph Munk

Kiel. Als Roman ist Victor Hugos „Die Elenden“ ein dicker Brocken. Auf weit über tausend Seiten entsteht ein historische Panorama aus dem 19. Jahrhundert. Und der Held der Erzählung durchläuft darin den Weg einer inneren Läuterung. Wie unterhaltend dieses epische Werk als Drama auf die Bühne zu wuchten ist, zeigt jetzt die Theaterversion von Malte Kreutzfeldt und Jens Paulsen  im Kieler Schauspiel.

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