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Schauspiel

Sensibler Kraftprotz und gefesselter Prometheus

Daniel Karasek inszeniert Shakespeares „Hamlet” am Kieler Schauspielhaus

Von Hannes Hansen

Kiel. Der bekannte Wiener Theaterkritiker Alfred Polgar schrieb einmal nach einer Premiere: „Als ich um halb zehn auf die Uhr schaute, war es halb neun.“ Nun, mir ging es am Freitagabend im Kieler Schauspielhaus genau umgekehrt. Als ich um halb elf auf die Uhr schaute, war es halb zwölf. Daniel Karaseks Inszenierung des „Hamlet“ macht Tempo ohne Kurzatmigkeit und sorgt für eine Art geordneten Wirbel in einem Stück, das ja vor allem in den letzten beiden Akten nicht ganz frei von klamottigen Screwball-Elementen ist.

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Musikalischer Sturm auf die ganze Stadt

Mit neuem Generalmusikdirektor und voller Elan in die Spielzeit 2019/2020 des Kieler Theaters

Von Christoph Munk

Kiel. Voller Elan, Stolz, Einfallsreichtum und Schaffenskraft stürmt Benjamin Reiners, der neue Generalmusikdirektor des städtischen Kieler Theaters, mit den Plänen in seiner ersten Saison auf seine neue Wirkungsstätte zu. Es scheint,  als wolle er alle Altersgruppen und Orte musikalisch erobern und mit seinem Konzertprogramm umarmen.  Nicht zufällig überließ ihm darum Generalintendant Daniel Karasek bei der Vorstellung des Programms für die Spielzeit 2019/2020 die erste Position.

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Zwischen Wut, Verzweiflung und Selbsthass

Im Polnischen Theater ist Astrit Geci „Ein ganz gewöhnlicher Jude“

Von Hannes Hansen

Kiel. Der Journalist Emanuel Goldfarb ist außer sich vor Wut. Ein gutmeinender Lehrer hat an die jüdische Gemeinde in Hamburg einen Brief geschrieben, in dem er darum bittet, ihm „ein Mitglied Ihrer Religionsgemeinschaft“ zu vermitteln, der seinen Schülern erzählen kann, wie man sich als Jude in Deutschland so fühlt. Mitglied einer Religionsgemeinschaft, das ist, sagt Emanuel Goldfarb, verschwurbeltes Gequatsche. Er ist Jude, basta.

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Eine Ehe zwischen Durchgangsstraße und Rosengarten

Muster statt Raffinesse:  Harold Pinters Einakter „Der Liebhaber” im Kieler Schauspiel-Studio

Von Christoph Munk

Kiel. Was ist wahr, was nicht? Was existiert in Wirklichkeit, was scheint nur so. Der englische Dramatiker Harold Pinter hat sich mit Vorliebe solchen Fragen gewidmet. Und auf der Bühne könnte sich daraus ein reizvolles Vexierspiel ergeben. Davon lebt Pinters früher Einakter „Der Liebhaber“, den Kiels Generalintendant Daniel Karasek als kleine Theaterübung im Schauspielstudio inszeniert hat.

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Ein Heiliger im verkommenen Gelände

Theaterhandwerk mit Goldenem Boden: Victor Hugos „Die Elenden” für das Kieler Schauspiel dramatisiert

Von Christoph Munk

Kiel. Als Roman ist Victor Hugos „Die Elenden“ ein dicker Brocken. Auf weit über tausend Seiten entsteht ein historische Panorama aus dem 19. Jahrhundert. Und der Held der Erzählung durchläuft darin den Weg einer inneren Läuterung. Wie unterhaltend dieses epische Werk als Drama auf die Bühne zu wuchten ist, zeigt jetzt die Theaterversion von Malte Kreutzfeldt und Jens Paulsen  im Kieler Schauspiel.

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Versuchsanordnung mit traurigen Figuren

Juli Zehs Roman „Spieltrieb” in strenger Ordnung auf der Bühne des Kieler Schauspielhauses

Von Christoph Munk

Kiel. Das Porträt einer ganzen Generation zu Beginn unseres Jahrhunderts? Oder doch nur ein gewollt abseitiger Blick auf zwei extrem sonderbare Gestalten? Große Bedeutung oder kleiner Pieps? Reichweite und Wirkungskraft von Juli Zehs Roman „Spieltrieb“ von 2004 lässt sich auch angesichts von Bernhard Studlars Bühnenfassung zwei Jahre später kaum einschätzen. Immerhin versucht jetzt Mona Kraushaars Inszenierung für das Kieler Schauspiel, dem Konstrukt durch grafisch strenge Ordnung Kontur zu geben und holt sich dafür beachtlichen Premierenapplaus.

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Blut ist im Hemd

Haley McGees irritierendes Solo „Meine Irma, Deine Irma” als sanftes Drama im Schauspiel-Studio

Von Christoph Munk

Kiel. Damals, beim 8. Thespis Monodramen-Festival 2012 kobolzte die junge Kanadierin Haley McGee über die Bühne des Kieler Schauspiel.-Studios. Das war so überraschend, so frech, so frisch, so irritierend und messerscharf, dass das Festivalpublikum ihr Stück und ihre Performance sofort ins Herz schloss. Und auch die international besetzte Jury zögerte nicht, ihr den Ersten Preis zuzuerkennen. Jetzt spielte Agnes Richter das Stück im Kieler Schauspielstudio

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Gypsy Swing gegooglet

Das musikalische Schauspiel „Mythos Django Reinhardt“ geriet im Rendsburger Stadttheater zum bloßen klingenden Bilderbogen

Von Jörg Meyer

Rendsburg. Da steht er buchstäblich oben auf dem Jazz-Olymp: Django Reinhardt. Das Quintett wie einst in den Pariser Hot Clubs der 30er und 40er Jahre spielt die Musik, die er begründete, den Gypsy Swing. Ein theatralischer Moment, fast der einzige in Peter Baumanns als „musikalisches Schauspiel” tituliertem „Mythos Django Reinhardt – Oder: Der Mann, der um sein Leben spielte“.

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Nirgendwo ein Hauch von Nähe

Florian Zellers Erfolgsstück „Vater” als nüchterne Beobachtung im Kieler Schauspiel

Von Christoph Munk

Kiel. Zuerst vermisst er nur seine Uhr. Dann sieht sich André immer mehr bedrohlichen  Irritationen ausgesetzt. Schließlich scheint ihm die ganze Welt abhanden zu kommen. Wie einen unaufhaltsamen Sog in die Isolation beschreibt der französische Autor Florian Zeller die Entwicklung einer Demenz in seinem Drama „Vater“, dessen Erfolgsspur nun auch ins Kieler Schauspiel führt und bei seiner Premiere respektvollen Beifall auslöste.

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Kleine Hölle Familie

Die Wiederholungstäter feierten Premiere mit „Wonderful World“

Von Jörg Meyer

Kiel. Freunde kann man sich bekanntlich aussuchen, die Familie jedoch nicht, die wird manchmal vom Idyll zur kleinen Hölle. So auch in Richard Dressers Komödie „Wonderful World“, mit der die Theatergruppe Wiederholungstäter unter der Regie von Tim Frerichs Premiere im Roten Salon der Pumpe feierte.

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