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Schauspiel

Nicht mehr Affe, aber noch nicht Mensch

Artjom Terjochin und Anke Pfletschinger arbeiten bei den Kieler Komödianten an Kafkas „Ein Bericht für eine Akademie”

Von Christoph Munk

Kiel. „Es war ein Glücksfall,“ sagt Artjom Terjochin. „Als Markus Dentler mir bei meinem ersten Besuch in Kiel anbot, im Theater Die Komödianten Kafkas „Ein Bericht für eine Akademie“ zu inszenieren, war mir sofort klar: Eine bessere Wahl hätte ich selbst nicht treffen können.“ Jetzt ist es ihm wichtig, die Geschichte, in der ein Affe berichtet, wie er in Gefangenschaft an seiner Menschwerdung gearbeitet hat, dem Publikum nahe zu bringen. Dabei stellt er die Regie in den Hintergrund und möchte vor allem die Arbeit der Schauspielerin Anke Pfletschinger präsentieren.

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Liebe Gewohnheiten, spannende Entdeckungen

Zwischen Tradition und Novitäten: Daniel Karasek und sein Team stellen den Spielplan des Kieler Theaters 2018/2019 vor

Von Christoph Munk

Kiel. Der Tradition verpflichtet und doch den Blick auf die Gegenwart gerichtet. Nach dieser Maxime hat Kiels Generalintendant Daniel Karasek zusammen mit seinen Dramaturgen offenbar den Spielplan für die Theatersaison 2018/2019 ausgerichtet. In der Oper reicht das zeitliche Spektrum vom Barock bis zur Uraufführung eines Auftragswerks. Im Schauspiel wird der Gegenwartsdramatik eine gehörige Aufmerksamkeit gewidmet.

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Das Spiel um Macht und Liebe

Kathrin Mayr inszeniert am Landestheater Shakespeares „Wie es euch gefällt“

Von Hannes Hansen

Rendsburg. Es ist eines der zugleich beliebtesten wie schwierigsten Stücke Shakespeares, dieses „Wie es euch gefällt“ aus dem Jahr 1599, als der erfolgreiche Stückeschreiber und Theaterunternehmer auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft stand. Eine Mischung aus romanischer Komödie mit Klamaukelementen, Schäferspiel, Gesellschaftssatire, heiter-bitterem Zynismus, poetischem Wortwitz und groben Zoten. Typisch elisabethanisches und Welttheater zugleich.

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Avantgarde oder Blödsinn? Oder beides?

Lothar Trolles „Weißes Ostern“ am Landestheater

Von Hannes Hansen

Schleswig. Das Licht geht aus auf der Bühne des Slesvighus’ und der Vorhang bleibt geschlossen. Man hört die Stimmen von Ingeborg Losch, Neele Friederike Maak und Robin Schneider davon erzählen, dass ein Kind geweckt und zur Schule geschickt wird. Dann geht der Vorhang auf und ein drehbarer Scheinwerfer leuchtet grell in den Zuschauerraum. Dann geht der Vorhang wieder zu und die drei Stimmen erzählen, diesmal vom Zuschauerraum aus, dass die Frau sich wieder zu ihrem Partner legt, dass das Kind nach Hause kommt und das da was mit einer Theaterprobe ist. Das heißt, erzählen tun die drei Stimmen nur intermittierend, meistens schreien sie, abwechselnd im Chor und einzeln. Zwischendurch geht der Vorhang wieder auf und ein Nebelwerfer tritt mächtig in Aktion.

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„Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist“

Kieler Sommertheater 2018: Shakespeare-Komödie als Tanz- und Step-Musical auf dem früheren MFG5-Gelände

Von Christoph Munk

Kiel. Vorläufig ist auf dem Asphalt nur eine gelbe Linie als Umriss einer großen Wolke zu sehen. „Hier wird später unsere Bühne errichtet“, sagt Daniel Karasek, der Generalintendant des Kieler Theaters. „Und da drüben, auf der rot markierten Fläche, werden die Zuschauer auf einer Tribüne sitzen.“ Noch beschreibt Karasek nur das Gelände nahe am Wasser, wo früher das Marinegeschwader 5 zuhause war und das sich ab 29.. Juni in den Schauplatz für das Sommertheater 2018 verwandeln soll. Das Stück verrät er erst später.

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1984, 2018 oder irgendwann

Alan Lyddiards Bühnenversion von Orwells Roman-Dystopie „1984“ im Studio des Schauspielhauses

Von Hannes Hansen

Kiel. Alan Lyddiards Bühnenversion von Orwells Roman-Dystopie „1984“ aus dem Jahre 2001 tut erstaunlich wenig, um den Albtraum, den Orwell 1948 fest in einer nahen Zukunft in einem erkennbaren England gesellschaftlich ansiedelte, in eine ähnlich verortete Gegenwart zu hieven. Das Stück spielt in einer Science-Fiction-Fantasie-Welt, einem totalitären Ort mit nicht erkennbaren zeitlichen oder geografischen Konturen.

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Mit Lust am Unterrichtsstoff

Johannes von Matuschka legt eine unterhaltsame Version von Max Frischs „Andorra” im Kieler Schauspielhaus vor

Von Christoph Munk

Kiel. Parabel! Modell, Lehrstück! Von wegen. Max Frischs 1961 uraufgeführter Bühnentext „Andorra“ taugt zu mehr als einem schulmäßig exerzierten Unterrichtsstoff. Daraus lässt sich auch ein sinnlich saftiges Bühnenspektakel gewinnen. Gastregisseur Johannes von Matuschka führt das mit seiner Inszenierung für das Kieler Schauspiel effektvoll vor. Ob sich das mit höherer Erkenntnis zum Themenkreis Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit verbinden lässt, mag jeder der animiert applaudierenden Premierenbesucher für sich entscheiden.

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Zwischen schwarzer Komödie und krachledernem Schwank

„Harold un Maude“ an der Niederdeutschen Bühne

Von Hannes Hansen

Kiel. Hal Ashbys Film „Harold und Maude“ nach einem Drehbuch des Filmstudenten Colin Higgins fiel bei seiner Premiere im Jahre 1971 bei Publikum und Kritik zunächst durch. Doch schon bald danach entwickelte sich die bittersüße schwarze Komödie zum wahren Kultfilm, griff sie doch zwei Tabuthemen auf, die Liebe eines sehr viel jüngeren Mannes zu einer alten Frau und den selbstbestimmten Selbstmord. Dazu kam die Atmosphäre der Zeit: Flower Power und Vietnamkrieg, psychedelischer Rock, Haschisch und LSD, eine Hinwendung zu Meditation und drogengestützten (LSD = „Instant Yoga“), mystisch kolorierten Welten. Diese Atmosphäre eines zukunftsgewissen gesellschaftlichen Aufbruchs ist heutigen Tags nur schwer wiederholbar, und deshalb versucht es Arnold Preuß’ niederdeutsche Übersetzung der bald nach dem Film erschienenen Bühnenfassung von Colin Higgins’ Drehbuch auch erst gar nicht. Er versetzt die Szene irgendwohin ins plattdeutsche Norddeutschland.

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Zwiespalt in Pink

Uraufführung der Bühnenfassung von Ildikó von Kürthys Roman „Herzsprung“ im Theater Die Komödianten – Besprechung eines „Frauenverstehers“

Von Jörg Meyer

Kiel. Sich in eine der Frauengestalten der Erfolgsautorin Ildikó von Kürthy hineinzuversetzen, fällt nicht ganz leicht, selbst einem „Frauenversteher“, wie mich manche, Männer wie Frauen, halb anerkennend, halb spöttisch nennen. Christoph Munk (auch Regie) ist es in seiner Monolog-Bühnenfassung von „Herzsprung“, die gestern im Theater Die Komödianten mit Sina Schulz als Amelie „Puppe“ Sturm ihre reich beklatschte Uraufführung feierte, gelungen.

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Vom Lieben und Lügen

Michel Marc Bouchards „Tom auf dem Lande“ als beklemmendes Kammerspiel im Schauspiel-Studio

Von Jörg Meyer

Kiel. „Vor dem Lieben lernen Homosexuelle das Lügen“, sagt der frankokanadische Autor Michel Marc Bouchard über sein 2010 uraufgeführtes Stück „Tom auf dem Lande“. Lisa Grappel brachte es jetzt als beklemmendes Kammerspiel auf die Studio-Bühne des Kieler Schauspiels.

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