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Schauspiel

Die verhängnisvolle Seite der Wahrheit

Katrin Lindner eröffnet die Spielzeit im Kieler Schauspiel mit Henrik Ibsens „Die Wildente“

Von Christoph Munk

Kiel. Imposant und sauber aus Holz gefügt ragt die weiße Fassade in den Himmel. Doch der großartige Bau, das Haus von Konsul Werle, dreht sich und zeigt seine dunkle, verworrene Seite. Dort haust die Familie Ekdal – in kleineren, höchstens auskömmlichen Verhältnissen. Die sozialen Kontraste also sind unübersehbar, aber Alexander Wolfs raffinierte Raumerfindung auf der Bühne des Kieler Schauspielhauses offenbart ebenso deutlich, wie untrennbar die Familien Werle und Ekdal in Henrik Ibsens Schauspiel „Die Wildente“ verbunden sind. Sie sind, so will es Katrin Lindners Inszenierung, in eine ausweglos tödliche Tragödie getrieben.

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Ein Mann redet sich heraus und dabei um Kopf und Kragen

Tilmann Ziemke inszeniert Vaclav Havels „Protest“ am Polnischen Theater

Von Hannes Hansen

Kiel. „Das Stück scheint veraltet“, sagt Tilman Ziemke. „Aber leider ist dem nicht so.“ Und deshalb beginnt seine Inszenierung von Vaclav Havels 1978 entstandenem Zwei-Personen-Stück „Protest“ am Polnischen Theater mit einem Videolaufband, das die politische Situation in der Tschechoslowakei jener Jahre erläutert. Ein ähnliches Laufband schlägt am Schluss die Brücke zur heutigen Türkei und endet mit der bangen Frage „Und Deutschland???“

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Hits und Uraufführungen dann und wann

Markus Dentler erläutert im Gespräch die Pläne für die neue Spielzeit im Theater Die Komödianten

Kiel. Noch dominieren allerorts die Festivals, doch langsam kehren die Theatermacher in ihre angestammten Häuser zurück. Auch in Kiel beziehen die Komödianten wieder ihr Quartier in der Wilhelminenstraße und sehen sich für die Spielzeit 2017/18 gerüstet. Mit welchen Plänen das Privattheater in den Herbst und Winter startet, erläutert Direktor Markus Dentler im Gespräch mit dem Kulturblog Hansen&Munk.

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Komik über doppelten Böden

Siegfried Bühr zeigt eine milde Version von Yasmina Rezas „Drei Mal Leben“ im Kieler Schauspiel

Von Christoph Munk

Kiel. Der Junge will einen Keks. Dabei sollte der Sechsjährige jetzt schlafen, aber er quengelt. Also wird nichts aus dem ruhigen Abend bei Sonja und Henri. Und es kommt noch schlimmer. Es klingelt und die Finidoris stehen vor der Tür, Hubert und Ines, einen Tag früher als erwartet. Nichts ist für die Gäste vorbereitet, aber nun sind sie da. Also ist eines jener Beziehungskonstrukte komplett, in die Yasmina Reza so gern das Personal ihrer Stücke zwingt. Diesmal führt sie den doppelten Paarlauf in drei Varianten vor: „Drei Mal Leben“. Ein Experiment, das Siegfried Bühr in seiner Inszenierung für das Kieler Schauspiel nicht aus nüchterner Distanz vollzieht, sondern sich mit bemerkenswerter Sympathie den Menschen in diesem Quartett nähert.

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Alles in Bewegung – in der Bude wie an Bord

Im Kieler Werftpark-Theater ist der Abenteuerroman „Die Schatzinsel“ als turbulentes Spektakel zu sehen

Von Christoph Munk

Kiel. Wer hätte die Geschichte nicht gelesen? Wer nicht eine der zahlreichen Film- oder Fernsehfassungen gesehen? „Die Schatzinsel“ von Robert Louis Stevenson ist seit über 100 Jahren ein Klassiker der Abenteuerliteratur, voller atemberaubenden Wendungen und voller faszinierender Figuren. Und nun geht er in einer Dramatisierung von Christoph Busche und unter der Regie von Astrid Großgasteiger über die Bühne des Theaters im Werftpark. Ein buntes, aufgekratztes Spektakel wurde daraus, so voller Spiellust, dass die Bretter im Haus zu eng werden und Hang und Wiese, Bäume und Teich im Parkgelände zu Schauplätzen werden.

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Liebend von der Liebe lernen

Die jungen Komödianten feierten Premiere mit Fitzgerald Kusz’ „Burning Love“

Von Jörg Meyer

Kiel. „Andi und Anschi, das passt doch eigentlich ganz gut zusammen“, schnurrt Andi seiner neuen Flamme ins Ohr. „Wollen wir’s hoffen“, gurrt Anschi zurück, um am Ende nach manchen durchaus auch zärtlichen Wirren junger Liebe die kühle Bilanz zu ziehen: „Wir passen nicht zusammen.“

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Boy meets Girl ganz aktuell

Die jungen Komödianten spielen Fitzgerald Kusz’ „Burning Love“

Von Jörg Meyer

Kiel. Es ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie immer neu … Wirklich? 1984 schrieb Fitzgerald Kusz, einer der meist gespielten zeitgenössischen deutschen Bühnenautoren, sein Zwei-Personen-Stück „Burning Love“. Das Theater Die Komödianten bringt es in seiner neuen Sparte „Die jungen Komödianten“ aktualisiert auf die Bühne und fragt dabei: „Was hat ein 33 Jahre altes Stück mit uns zu tun?“

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Engstirnigkeit, Habgier, Eifersucht und religiöser Fanatismus

Arthur Millers „Hexenjagd“ am Landestheater Von Hannes Hansen Schleswig. Im Jahre 1953 befanden sich die USA schon seit geraumer Zeit in Geiselhaft von Senator Joseph McCarthy, dessen Wahnvorstellungen von „Reds under the Beds“ eine Welle von Verfolgungen wirklicher und angeblicher… Weiterlesen →

Vom Dasein schräg ins Leben gestellt

Malte Kreutzfeldt erhellt am Kieler Schauspiel Dea Lohers verhangenes Dialogstück „Unschuld“ Von Christoph Munk Kiel. Was für ein wundersamer, würdevoller Reigen! Getragen von Schuberts „Ave Maria“ schweben, den Figuren eines alten Glockenspiels gleich, die Akteure aus Dea Lohers „Unschuld“ auf… Weiterlesen →

Ist das Grundgesetz zum Abschuss frei?

Ferdinand von Schirachs umstrittenes Pseudo-Dokumentarstück „Terror“ im Kieler Ratssaal Von Christoph Munk Kiel. Das Ergebnis lautete 79 zu 49. Im Klartext: 79 der Zuschauer entschieden sich nach der Premiere von Ferdinand von Schirachs Stück „Terror“, den Angeklagten als „nicht schuldig“ zu… Weiterlesen →

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