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Schauspiel

Versuchsanordnung mit traurigen Figuren

Juli Zehs Roman „Spieltrieb” in strenger Ordnung auf der Bühne des Kieler Schauspielhauses

Von Christoph Munk

Kiel. Das Porträt einer ganzen Generation zu Beginn unseres Jahrhunderts? Oder doch nur ein gewollt abseitiger Blick auf zwei extrem sonderbare Gestalten? Große Bedeutung oder kleiner Pieps? Reichweite und Wirkungskraft von Juli Zehs Roman „Spieltrieb“ von 2004 lässt sich auch angesichts von Bernhard Studlars Bühnenfassung zwei Jahre später kaum einschätzen. Immerhin versucht jetzt Mona Kraushaars Inszenierung für das Kieler Schauspiel, dem Konstrukt durch grafisch strenge Ordnung Kontur zu geben und holt sich dafür beachtlichen Premierenapplaus.

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Blut ist im Hemd

Haley McGees irritierendes Solo „Meine Irma, Deine Irma” als sanftes Drama im Schauspiel-Studio

Von Christoph Munk

Kiel. Damals, beim 8. Thespis Monodramen-Festival 2012 kobolzte die junge Kanadierin Haley McGee über die Bühne des Kieler Schauspiel.-Studios. Das war so überraschend, so frech, so frisch, so irritierend und messerscharf, dass das Festivalpublikum ihr Stück und ihre Performance sofort ins Herz schloss. Und auch die international besetzte Jury zögerte nicht, ihr den Ersten Preis zuzuerkennen. Jetzt spielte Agnes Richter das Stück im Kieler Schauspielstudio

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Gypsy Swing gegooglet

Das musikalische Schauspiel „Mythos Django Reinhardt“ geriet im Rendsburger Stadttheater zum bloßen klingenden Bilderbogen

Von Jörg Meyer

Rendsburg. Da steht er buchstäblich oben auf dem Jazz-Olymp: Django Reinhardt. Das Quintett wie einst in den Pariser Hot Clubs der 30er und 40er Jahre spielt die Musik, die er begründete, den Gypsy Swing. Ein theatralischer Moment, fast der einzige in Peter Baumanns als „musikalisches Schauspiel” tituliertem „Mythos Django Reinhardt – Oder: Der Mann, der um sein Leben spielte“.

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Nirgendwo ein Hauch von Nähe

Florian Zellers Erfolgsstück „Vater” als nüchterne Beobachtung im Kieler Schauspiel

Von Christoph Munk

Kiel. Zuerst vermisst er nur seine Uhr. Dann sieht sich André immer mehr bedrohlichen  Irritationen ausgesetzt. Schließlich scheint ihm die ganze Welt abhanden zu kommen. Wie einen unaufhaltsamen Sog in die Isolation beschreibt der französische Autor Florian Zeller die Entwicklung einer Demenz in seinem Drama „Vater“, dessen Erfolgsspur nun auch ins Kieler Schauspiel führt und bei seiner Premiere respektvollen Beifall auslöste.

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Kleine Hölle Familie

Die Wiederholungstäter feierten Premiere mit „Wonderful World“

Von Jörg Meyer

Kiel. Freunde kann man sich bekanntlich aussuchen, die Familie jedoch nicht, die wird manchmal vom Idyll zur kleinen Hölle. So auch in Richard Dressers Komödie „Wonderful World“, mit der die Theatergruppe Wiederholungstäter unter der Regie von Tim Frerichs Premiere im Roten Salon der Pumpe feierte.

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Jukebox statt Klavierbegleitung

Christoph Munk inszeniert bei den Komödianten den Liederabend „FrauenPowerFrauen“

Von Hannes Hansen

Kiel. Ein „Jukebox-Musical“ nennt Christoph Munk den Liederabend „FrauenPowerFrauen“, den er bei den Komödianten in der Kieler Wilhelminenstraße in Szene setzt. Der Regisseur, Mitblogger und Freund, der über viele Jahre Erfahrungen mit Liederabenden gesammelt hat – zuletzt etwa mit „Liederliche Nacht“, „Lola Blond“ oder „Rocking Lola“ – erläutert die Charakteristika des Jukebox-Musicals.

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Mackie Messer schwitzt statt zu beißen

Genuss ohne Reue: Annette Pullen inszeniert „Die Dreigroschenoper” am Kieler Schauspielhaus

Von Christoph Munk

Kiel. Seit seiner Uraufführung vor 90 Jahren rauscht „Die Dreigroschenoper” von Bert Brecht und Kurt Weill als maximaler Erfolg durch die Theatergeschichte, ohne wegen seiner politischen Botschaft Anstoß zu erregen. Auch die Kieler Neuinszenierung von Annette Pullen setzt auf die kulinarische Wirkungskraft des Unterwelt-Klassikers mit Musik.

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Wenn Dichter liebestrunken sind

„Bukowski meets Waits“ überzeugte in der Galerie 66

Von Jörg Meyer

Eckernförde. 1997 ersann der Trierer Musiker Michael Kiessling eine „Bar-Revue“ mit dem beziehungsreichen Titel „Bukowski Waits For Us“, in der er Texte von Charles Bukowski mit Songs von Tom Waits kreuzte. Diese Spur nehmen die Schauspieler Ulrich Gall, Målin Uschkureit und Jennifer Toman zusammen mit dem Musik-Trio Alice Halada (Klavier), Harry Kretzschmann (Bass) und Björn Lüdtke (Schlagzeug) auf, um Bukowskis Kurzgeschichte „Die schönste Frau der Welt“ auf die Bühne der Galerie 66 zu bringen.

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Und jenseits der Tasten keine Welt

Alessandro Bariccos „Novecento” als konsequent reduzierter Monolog im Kieler Schauspiel-Studio

Von Christoph Munk

Kiel. Alessandro Bariccos „Novecento“ war für eine Theaterinszenierung gedacht, diente einem dramatischen Film als Vorlage und wurde als Buch zum Bestseller. Für das Studio des Kieler Schauspiels reduzierte die Regisseurin Lisa Gappel den Text auf einen bilderarmen, ganz auf die Sprache konzentrierten Monolog.

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Kleinstadtmief und Lebenslüge

Siegfried Bühr inszeniert Edward Albees „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ am Kieler Schauspielhaus

Von Hannes Hansen

Kiel. Sie höhnen und geifern, sie schreien und brüllen, kreischen, bespucken einander und prügeln sich, sie weinen und trauern, versöhnen sich für Augenblicke, um gleich darauf wieder auf einander loszugehen. Sie, das sind George und Martha in Edward Albees Ehekriegsdrama „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“, verwundet und gestählt in einem langjährigen, kompromisslosen Infight, in dem alle Mittel erlaubt sind.

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